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22. Dezember 2014 | Allgemeines

Transmediale Contentstrategien – oder: Was Kinder wo lesen wollen

Kindermedienkongress der Akademie Deutsche Medien

„Wir denken fünf Jahre voraus, alles andere wäre Spekulation“, erklärte Rob McMenemy, CEO Egmont Publishing, beim 5. Kindermedi-enkongress, den die Akademie der Deutschen Medien (früher: des Deutschen Buchhandels) am 17. November 2014 in München veranstal¬tet hat. Nach seiner Auffassung sind es nur die besten Inhalte, die sich auf längere Sicht durchsetzen werden. Allerdings müssten Verlage und Autoren besser als bisher lernen, sich und ihre Produkte zu vermarkten, „da sind wir Print-Leute traditionell schwach“. Und auch bei Kindern, die doch eigentlich noch alle Zeit der Welt hätten, werde aufgrund konkurrierender Spiel- und Medienangebote die mit Lektüre verbrachte Zeit immer weni¬ger.

McMenemy ist für die internationale Publishing-Strategie von Egmont zuständig; die Trends am deutschen Medienmarkt, die auch für Kinderan­gebote hiesiger Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser von Interesse sein dürften, erläuterte Marktfor­scher Axel Dammler von iconkids & youth (Mün­chen). Laut Dammler sind bei sechs- bis neunjäh­rigen Mädchen die beliebtesten Personen Justin Bieber, Miley Cirus und Heidi Klum; Jungen in diesem Alter nennen neben dem Moderator Elton die Fußballer Lukas Podolski, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger sowie den Rennfahrer Sebastian Vettel. Bei den „attraktivsten Erlebnis­welten“ entscheiden sich Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren für Reiten/Pferde; Prin­zessinnen und Haustiere; Jungen für Fußball, Sport und Superhelden/Superkräfte. Während bei den Jungen also Status und Erfolg dominierten, so der Marktforscher, entschieden sich Mädchen für das Rollenbild Prinzessin. Bei den beliebtes­ten Dingen zum Angeben würden sich die Ge­schlechter jedoch mit zunehmendem Alter immer ähnlicher: Hier stehe an erster Stelle das Handy. „Und das ist heute fast immer smart.“

Die geradezu innige Beziehung von Kin­dern/Jugendlichen zu ihrem Handy beruht nicht zuletzt darauf, glaubt Dirk Ziems von concept m research + consulting (Berlin/Köln), dass hier erstmals der Bildschirm der Neugier und dem Zugriff der Eltern entzogen ist. Kindheit heute sei ein Leben „unter Druck“, sagt der morphologische Marktforscher. Familien wollten ihren Status er­halten und setzten deshalb auf Schul- und Bil­dungsangebote. Deshalb werde auch der Alltag bereits von Kindern sehr stark gemanagt. Diese reagierten auf den zunehmenden Leistungsdruck mit dem Rückzug in abgeschottete Eigenwelten - etwa Spielewelten auf dem Smartphone. Laut Ziems‘ Beobachtungen werden Tablets bei Kin­dern immer mehr zum „Ersatz-Fernsehen“. Und Eltern förderten dies in der irrigen Annahme, sie könnten die Inhalte kontrollieren. „Bis die Kids YouTube entdecken ...“ Von der aktuellen techni­schen Entwicklung würden Medienpädagogik und Schulen „komplett überholt“, resümiert der Marktforscher. „Da herrscht große Überforde­rung.“

Analoge und digitale Welt vereint

Wie lässt sich die analoge mit der digitalen Welt vereinen - und das im Idealfall für Kinder ab drei Jahren? Diese Frage hat der Carlsen Verlag (Hamburg) mit einer Multimediabibliothek für Kin­der beantwortet, die auf dem Prinzip der Aug­mented Reality basiert. In einer ersten Tran­che werden seit Oktober zehn (gedruckte) Bücher angeboten, die ihre Geheimnisse enthüllen, so­bald der kindliche Leser und Nutzer mit der Ka­mera eines Smartphones oder Tablets über die Seiten fährt. Bis zu 500 Hotspots kann Carlsen pro Seite integrieren. Wird der Fokus zum Bei­spiel in einem Atlas auf das Vereinigte Königreich gerichtet, beginnt auf dem Display Sherlock Hol­mes zu erzählen; in Rumänien plaudert Graf Dra­kula. Wie Markus Dömer, Leiter Geschäfts­feld Entwicklung bei Carlsen, berichtet, handelt es sich bei den Büchern um ein Teamprojekt ohne die gewohnten Hierarchien. „Die Ton- und Game­designer konnten den Illustratoren keine Vor­schriften machen - und umgekehrt.“

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