Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

14. Januar 2011 | Digitales

Tipps für eine erfolgreiche App-Gestaltung

Apps auf Tablet-PCs unterscheiden sich stark von typischen Websites und iPhone-Apps. Das einfache Übertragen beziehungsweise Kopieren von Printinhalten, Sites oder Smartphone-Apps auf Tablet-Computer ist zwar technisch möglich, wird aber den spezifischen Möglichkeiten und Restriktionen dieser Endgeräte nicht gerecht. Nachfolgende Checkliste zeigt auf, worauf es bei der App-Entwicklung für das iPad ankommt.

Don´t do it quick and dirty
Der erste Schuss muss sofort treffen. Der Erfolg von Apps hängt davon ab, ob sie dem Nutzer ein nachhaltiges Nutzungserlebnis bieten. Ist eine App misslungen oder noch nicht ausgereift, gibt ein Update fast schon keinen Sinn mehr. Die Nutzer haben das Interesse verloren. Das Produkt ist verbrannt.

Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit zwischen Redaktion, Gestaltung und Entwicklung ist für iPad-Apps essenziell. Die Entwicklung von Zeitungs-Apps mit einem hohen Grad an Interaktivität erfordert eine starke Zusammenarbeit zwischen dem Journalisten, der den Inhalt liefert, und den Gestaltern und Programmierern, die den Inhalten ein Gesicht geben und es zum Leben erwecken. Daher ist ein frühes gemeinsames Konzept von großer Bedeutung, wie auch die Etablierung gemeinsamer Workflows.

Keine Eins-zu-Eins-Übernahme bestehender iPhone-Apps
Eine iPhone-Applikation kann wahlweise in Originalgröße auf dem iPad dargestellt werden und damit nur etwa ein Viertel des Screens einnehmen oder per „2x"-Button auf die volle Auflösung hochskaliert werden, wodurch die Grafiken teilweise klobig und unscharf und Texte zu groß geraten. Entwickler müssen also mindestens die Oberfläche optimieren. Ein Klick auf „Transition" im iPad-SDK genügt, um die Auflösung der App von 480x320 auf 1024x768 Pixeln zu ändern. Doch wer seine App das erste Mal im enthaltenen Simulator startet, bemerkt, dass er nicht nur einen Bildschirm in völlig ungewohnten Ausmaßen vor sich hat, sondern auch sein bisheriges Bedienkonzept über den Haufen schmeißen muss. Es gilt, eine Applikation neu zu erfinden, ihr Bedien-Interface komplett anders zu gestalten, um nicht den Anschluss zu verlieren. Eine „Universal Application" muss beim Start und bei jeder Verwendung eines Bedienelements unterscheiden, ob sie auf dem iPhone/iPod touch oder auf dem iPad läuft. Sie muss einerseits den kleinen Bildschirm platzsparend und effizient nutzen und andererseits das 10-Zoll-Display mit geänderten Inhalten und neuen Bedienelementen sinnvoll füllen.

Echte Komplementarität bieten
Der Leser muss beim Tablet-App einen inhaltlich und funktionalen Mehrwert gegenüber dem Print-Pendant oder der eigenen Website erkennen können. Apps sollten animierte und interaktive Elemente enthalten und so die Vorteile der neuen Geräte gezielt nutzen.

Das Icon ist das neue Cover
Durch den Aufbau des App Stores entscheiden Nutzer sich auch auf Basis des Icons für oder gegen eine App. Das eigentliche Zeitungs-Cover wird damit in gewisser Weise hinfällig, da es oft nur noch der Dekoration dient und gar nicht mehr als Eye-Catcher im Erstkontakt mit dem potenziellen Käufer dient. Der Versuch, die Zeitungsmarke innerhalb der App zu „inszenieren“, wird dem Medium nicht gerecht. Apps, wie die von Reuters oder Men's Health, „begrüßen" den Nutzer mit aussagelosen Darstellungen des eigenen Firmenlogos und widersprechen damit Apples Usability Guidelines für Apps, die eine vereinfachte Darstellung der App empfehlen. Noch schlimmer macht es Paris Match, die nicht nur für einige Sekunden das eigene Logo einblenden, sondern danach eine inhaltsleere Animation mit Musikuntermalung einspielen.

Neues Medium – neue Layouts
Mit Tablet-PCs kommen Anforderungen auf Artikellayouts zu, die bislang in Print und Online unbekannt waren oder keine wesentliche Rolle spielten. In erster Linie gehört dazu die Anforderung, jede Seite sowohl im Hoch- als auch im Querformat darstellen zu können. Das iPad ist darauf ausgelegt, auf Drehungen des Geräts direkt zu reagieren. Die Änderung des Formats ergibt dabei aber auch vielerlei Probleme. Die Inhalte müssen zumindest doppelt arrangiert und gesetzt werden. Bilder können nicht direkt auf das veränderte Format umproportioniert werden. In vielen Fällen muss das Bild neu beschnitten werden. Aufgrund des relativ kleinen Bildschirms muss das Layout zudem ausreichend große Schriftgrade ermöglichen beziehungsweise idealerweise eine Schriftgrößenveränderung zur Verfügung stellen. Daneben bieten Apps die Möglichkeit insbesondere für Magazine, anregende, intensive und dem Thema entsprechend Layouts und Seitendesigns zu gestalten, die sich erheblich von den typischen Nachrichten-Seiten abheben.

Ein gutes iPad-Interface will berührt werden
Aus „Click & Scroll" wird „Touch & Slide“. Das altbekannte Klicken und Fenster-Scrollen mit der Maus wird auf den kleinen Bildschirmen zunehmend durch das spielerische Berühren und Verschieben ersetzt. Das Design muss dafür sorgen, dass die Leute das Gerät anfassen und mit der App interagieren wollen. Mit seiner Touch-Bedienung ermöglicht das iPad den intuitiven Zugang zu Inhalten. Wer das iPad bereits in der Hand hatte, weiß, dass man unbewusst interessante Elemente antippt oder darüber wischt, um mehr zu erfahren. Umso schlimmer ist es, wenn sich beispielsweise Bildergalerien nicht durch eine Swipe-Bewegung durchblättern lassen und stattdessen umständlich über das Anklicken eines Buttons geöffnet werden müssen.

Selbsterklärende Interfaces
Die Leserführung beziehungsweise Navigation ist der Knackpunkt einer guten App. Selten ist sie intuitiv. Apps müssen ihre Nutzer an die Hand nehmen und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten sie haben, die Inhalte zu konsumieren. Prototypen und Nutzertests zeigen die Schwächen von Benutzeroberflächen auf. Die App-Entwicklung sollte sich die Webentwicklung und deren Techniken zum Vorbild nehmen. Das Interface soll Metaphern nutzen, es damit aber nicht übertreiben. Apps sollen reale Objekte auf dem iPad nachbilden und auch deren Bedienbarkeit nachahmen.

Finger brauchen mehr Platz als Mauszeiger
Eine Berührung mit dem neuen Bediengerät „dem Finger“ mag die natürlichste Form der Bedienung sein – aber sie ist ungenauer als etwa die Eingabe mit der Maus. Der Finger braucht mehr Platz als ein Mauszeiger. Diese Tatsache wird von vielen Touch-Anwendungen missachtet, die ihre User mit viel zu kleinen Bedienflächen konfrontieren. Alle Bedienelemente müssen auch von Grobmotorikern mit breiten Fingern problemlos bedient werden können und schnell auf Eingaben reagieren.

In Ebenen denken
Die Natur der digitalen Angebote – im Speziellen auf dem iPad – ermöglicht es, Inhalte auf verschiedenen Ebenen zu verlagern, die auf ebenso verschiedenen Wegen vom Nutzer erfahren werden können, zum Beispiel die Informationsebene, die Animationsebene, die Bildebene (Slideshows), die Navigationsebene und Interaktionsebene.

Interaktionsmöglichkeiten ausnutzen
Der User soll mit dem Dargestellten spielen dürfen. Dabei ist darauf zu achten, dass Interaktionselemente ausreichend als solche wahrgenommen werden. Es kann sinnvoll sein, mit visuellen Mitteln wie Haptik, Pfeilen oder Ähnlichem zu kennzeichnen, dass mit einem Inhaltselement interagiert werden kann. Auch Animationen, die die Interaktionsmöglichkeit hervorheben, können funktionieren. Das ideale Szenario ist eine Anwendung, die User ohne jegliche Erklärung oder Hilfestellung bedienen können.

Standards sollten gefunden und eingesetzt werden
Derzeit funktionieren alle Nachrichtenapps auf eine andere Weise. Links, Buttons und Interaktionsmöglichkeiten sind noch nicht klar gekennzeichnet. Es bringt nur wenig, sich an vermeintlich vorgegebenen Standards zu orientieren, da die iPad-Welt im Moment jung und unerfahren ist. Es gibt kein perfektes Rezept, da es zur Zeit noch viel zu viele unterschiedliche Geschmäcker und Ansichten gibt. Darum muss man den Standard für sich selbst setzen.

Werbung neu definieren
Neben Vertriebseinnahmen wird Werbung ein integraler Bestandteil bleiben. Um diese Erlösquelle schnell und umfassend ausbauen zu können, braucht es neben einheitlichen Format- und Messungsstandards auch eine gemeinsame Werbevertriebsplattform.

Konstant zuhören, ständig verbessern
Die Zeitungs-App ist nicht fertig und beendet, wenn sie einmal im Store steht. Die Inhalte müssen die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln, um nicht als Momentaufnahmen zu gelten. Das Feedback der Nutzer zu Apps kommt direkt und ohne große Verzögerung. Wie auch im Social Web heißt es, dieses zu nutzen und wenn möglich auch direkt umzusetzen.

Attraktive Abo-Angebote schaffen
Kombi-Angebote von Print-Titeln und ihren digitalen Ausgaben erweisen sich als Umsatztreiber. Kunden können so an die Online-Welt herangeführt und verlorene Print-Lesergruppen zurück gewinnen.

Allianzen bilden
Durch einen Zusammenschluss verschaffen sich die deutschen Verlagshäuser eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Apple und Co. Außerdem können sich die Unternehmen so hohe Kosten für die Entwicklung technischer Plattformen teilen.

Quellen: Agentur TBWA, xalmiento.com, heise.de, Oliver Wyman

zurück