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28. Mai 2008 | Allgemeines

Theodor-Wolff-Preis für sechs Journalisten

357 Journalisten aus 103 Verlagen beteiligt/ Preisverleihung am 10. September in Köln

Der Journalistenpreis der deutschen Zei-tungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Kom-mentar/Glosse/Essay“ hat die Jury Carolin Emcke für ihren Beitrag „Stumme Gewalt“ („Zeit Magazin Leben“, Hamburg) zuerkannt, in dem sich die Autorin an die Ermordung ihres Mentors Alfred Herrhausen durch die RAF erinnert und über den Einbruch von Ge¬walt und Tod in ihr Leben reflektiert. Der Vor-sitzende des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis, Hermann Neusser, und der Jury-vorsitzende Werner Schwarzwälder würdigten die hohe Qualität der eingegangenen Bei¬träge. Besonders erfreulich sei auch die Viel¬zahl der in der Kategorie „Lokales“ eingereich¬ten Artikel.

Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ erhalten Mark-Joa­chim Obert für seinen Artikel „Saufkundschaft“ („Frankfurter Rundschau“), der schnörkellos den Alltag eines Trinkhallenbesitzers und seiner Kun­den schildert, sowie Thomas Kistner für seinen Beitrag „Spritzensport Fußball“ („Süddeutsche Zeitung Magazin“, München), in dem der Autor sehr detailliert lange überfällige Fragen zur Do­pinganfälligkeit im Liga-Fußball stellt.

Stephan Hermsen sowie Miriam Opresnik und Özlem Topçu bekommen den ebenfalls mit 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Lokales“. Stephan Hermsen („Neue Rhein/ Ruhr Zeitung“, Essen) berichtet in seinem Artikel „Eins-Null für Rebecca“ über die ersten zehn Lebens­jahre mit seinem behinderten Kind, herzlich, un­sentimental, voller Zuversicht, was die gemein­same Zukunft angeht. Opresnik und Topçu schil­dern in ihrer breit angelegten Reportage „Haupt­schüler und Migrant – und welche Chance hast du dann?“ („Hamburger Abendblatt“) das Versa­gen von Schule und Gesellschaft bei der Ausbil­dung Heranwachsender.

2008 waren nach dem Urteil der Jury viele Bei­träge ganz nah an einem der begehrten Theodor-Wolff-Preise. Es handelt sich um Beiträge von: Jürgen Bräunlein („Rheinischer Merkur“), Mathias Brüggmann („Handelsblatt“), Annette Kögel („Der Tagesspiegel“), Bernd Mathieu („Aachener Zei­tung“/ „Aachener Nachrichten“), Harald Marten­stein („Zeit Magazin Leben“), Verena Mayer („Stuttgarter Zeitung“), Bastian Obermayer („Süd­deutsche Zeitung“), Christian Raffer („Straubinger Tagblatt“), Anja Reich („Berliner Zeitung“), Tho­mas E. Schmidt, (Die Zeit), Susanne Schneider („Süddeutsche Zeitung Magazin“), Christian Schwarz (Die Zeit“), Vanessa Maria Seifert („Hamburger Abendblatt“) und Henning Suße­bach („Zeit Magazin Leben“).

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu verge­ben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefre­dakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Die Auszeichnungen werden am 10. September bei einem Festakt in Köln überreicht. Gastgeber ist in diesem Jahr der Verlag M. DuMont Schauberg. An der Aus­schreibung hatten sich 357 Journalisten aus 103 Verlagen beteiligt.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Dr. Wilm Herlyn (Chefredak­teur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Bascha Mika (Chefredakteurin „taz – die tages­zeitung“, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Hol­steinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zei­tung“, München), Werner Schwarzwälder (Autor, Konstanz), Franz Sommerfeld (Chefredakteur „Kölner Stadt-Anzeiger“) sowie Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Frankfurter Rundschau“).

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