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26. Mai 2011 | Allgemeines

Theodor-Wolff-Preis für sechs Journalisten

Klaus Harpprecht für das Lebenswerk geehrt

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Kommentar/Glosse/Essay“ hat die Jury Mely Kiyak für ihren Beitrag „Liebe Sakineh Ashtiani!“ („Berliner Zeitung“/„Frankfurter Rundschau") zuerkannt, in dem sich die Autorin auf mutige und ungewöhnliche Weise mit dem Thema Steinigungen im Iran beschäftigt.

Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnun­gen in der Sparte „Lokales“ erhalten Rena Leh­mann für ihren Artikel „Ein Schnitzel und viele Verlierer“ („Rhein Zeitung“, Koblenz), der am Beispiel einer falsch ausgegebenen Schulmahl­zeit und den aberwitzigen Folgen die Probleme der deutschen Gesellschaft mit dem Islam aus­leuchtet, sowie Jan Rübel für seinen Beitrag „Die Tänzer von Zehlendorf“ („Berliner Morgenpost“), in dem der Autor am Beispiel eines Berliner Tanzcafés schildert, wie alzheimerkranke Men­schen ein gleichwohl erfülltes, lebenswertes Le­ben führen.

Uwe Ebbinghaus sowie Kirsten Küppers be­kommen den ebenfalls mit 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Allgemei­nes“. Ebbinghaus („Frankfurter Allgemeine Zei­tung“) berichtet in seinem Artikel „Der Zugno­made“ von einem Mann, der sein gesamtes Da­sein in Zügen verbringt. Kirsten Küppers be­schreibt in ihrem Porträt „Das wieder gewonnene Gesicht“ („taz – die tageszeitung“, Berlin), wie ein furchtbar entstelltes türkisches Folteropfer mit­hilfe zahlreicher Operationen ins Leben zurück­kehrt.

Der Preis für das Lebenswerk geht an Klaus Harpprecht. Die Jury würdigt ihn als streitbaren Journalisten und Publizisten, der aktuelle, gesell­schaftliche und politische Themen offensiv und stets glänzend formuliert auf den Punkt bringt.

Der Sprecher der Jury, der Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in Essen, Ulrich Reitz, würdigte die große Zahl herausra­gender Texte, die in diesem Jahr eingereicht worden waren. „Wir konnten eine herzerfri­schende Qualitätsdebatte führen.“ Erfreulich seien die vielen Bewerbungen in der Kategorie „Lokales“. Hier kamen neben den ausgezeich­neten Texten auch Artikel aus „Der Tagesspie­gel“, „Hamburger Abendblatt“, „Nordbayerischer Kurier“, „Stuttgarter Zeitung“, „Aachener Zeitung“, „Nürnberger Nachrichten“, „Weser-Kurier“, „Münchner Merkur“, „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Südwest-Presse“ und Bonner „General-Anzei­ger“ auf die Shortlist.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu ver­geben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chef­redakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Die Auszeichnungen werden am 6. September bei einem Festakt in Bonn überreicht. An der Ausschreibung hatten sich 453 Journalisten be­teiligt.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Peter Stefan Herbst (Chefre­dakteur „Saarbrücker Zeitung“), Wilm Herlyn (Publizist, Essen), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Christoph Irion (Chef­redakteur „Reutlinger General-Anzeiger“), Bernd Mathieu (Chefredakteur, Aachener Zei­tung/Aachener Nachrichten), Bascha Mika (Pub­lizistin, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München), Franz Sommerfeld (Mitglied des Vorstands Mediengruppe M. DuMont Schau­berg mit Zuständigkeit Redaktion, Köln). Die prämierten Beiträge können in Kürze unter www.theodor-wolff-preis.de abgerufen werden.

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