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08. Juni 2016 | Lob und Preis

Theodor-Wolff-Preis 2016: Die Nominierte Khuê Pham

Erstmals gab die Theodor-Wolff-Preis-Jury in diesem Jahr keine Sieger bekannt, sondern wählte pro Kategorie drei Nominierte aus; die eigentlichen Preisträger werden am Tag der Preisverleihung am 7. September in Berlin gewählt und am Abend bekannt gegeben. Bis zur Preisverleihung stellt der BDZV im Newsletter „intern" die Nominierten vor. Heute: Khuê Pham mit ihrer Reportage „Cyberstalking - Der Feind in unserem Netz“ („Zeit Magazin", Hamburg).

Khuê Pham (Foto: Vera Tammen)Khuê Pham (Foto: Vera Tammen)Khuê Pham, 33, wuchs in Berlin auf und lebte nach dem Abitur vier Jahre lang in London. Sie durchlief eine Ausbildung an der London School of Economics und an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Seit 2009 arbeitet sie als Politikredakteurin bei der „Zeit", wo sie unter anderem über den Auf-und Abstieg der Piraten, Wikileaks und andere Netzthemen geschrieben hat. 2012 veröffentlichte sie mit ihren Kolleginnen Alice Bota und Özlem Topcu „Wir neuen Deutschen“ (Rowohlt-Verlag), 2015 wurden die drei mit dem Fortschrittspreis des Debattenmagazins „Berliner Republik" ausgezeichnet. Phams Text „Cyberstalking - Der Feind in unserem Netz“ ist für den Theodor-Wolff-Preis 2016 in der Kategorie „Reportage" nominiert.

Frau Pham, in einem Satz: Worum geht es in Ihrem Artikel?

  • Khuê Pham: Aus Neid terrorisiert ein Hacker eine Familie mit anonymen Anrufen, Hasskommentaren und Hackerangriffen.

Wie entstand die Idee zu Ihrem Beitrag und wie haben Sie recherchiert?

  • Der Betroffene, ein Blogger, wandte sich an mich, nachdem er die ersten anonymen Anrufe bekommen hatte. Ihn und seine Frau traf ich in den acht Monaten Stalking immer wieder. Ich sprach mit Psychologen, Anwälten und anderen Betroffenen über das Thema. Am Ende besuchte ich die Gerichtsverhandlung, in der der Stalker verurteilt wurde.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie dabei?

  • Das Thema Cyberstalking ist neu, man muss viele technische Begriffe erklären und dem Leser deutlich machen, dass auch virtuelle Attacken Menschen traumatisieren können. Schade war, dass der Stalker nicht mit mir reden wollte. Ich sprach stattdessen mit seinem Anwalt.

Von wem und wie wurden Sie in der Recherche unterstützt?

  • Das Opfer, ein IT-Berater, hat jeden Angriff des Stalkers genau protokolliert. Die Gerichtsakten bestanden daher aus seitenlangen Tabellen mit Uhrzeiten, IP-Adressen, Hasskommentaren, (falschen) Email-Adressen. Ich konnte damit rekonstruieren, wann welche Attacke stattgefunden hatte.

Was macht für Sie persönlich guten Journalismus aus?

  • Der Mensch dahinter – man liest es einer Geschichte an, wenn ein Autor eine besondere Wut, eine überraschende Erfahrung oder eine große Nähe zum Protagonisten verspürt. Wenn da jemand wirklich was sagen will und nicht nur etwas zu berichten hat.

Was braucht ein herausragender Artikel?

  • Er schafft es, ein Klischee zu brechen, eine neue Idee in die Welt zu setzen oder eine neue Welt zu entdecken.

Was erwarten Sie von der Preisverleihung am 7. September in Berlin?

  • Noch mehr Fragen dieser Art. Ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt – ich stelle lieber Fragen, als dass ich Antworten gebe.

ZUM NOMINIERTEN TEXT

 

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