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01. April 1999 | Digitales

Telekommunikationsanbieter verzerren Online-Markt

Geschäft mit Internet-Zugängen benachteiligt Verlage

Der BDZV befürchtet, daß die neuen Internet-Tarife der Telekom und anderer großer Telekommunikationsunternehmen den Markt verzerren und die Zeitungsverlage beim Geschäft mit Internetzugängen schwer benachteiligen.

Zwar seien die geplanten Preissenkungen grundsätzlich zu begrüßen, doch dürfe dies nicht dazu führen, daß für viele kleinere Unternehmen unüberwindbare Markthürden aufgebaut würden, erklärte der BDZV am 18. März 1999 in Bonn.

Die Gebührenpläne der Telekommunikationsunternehmen sehen vor, daß nur solche Internet-Dienstleister günstige Internet-Zugänge für Privatkunden anbieten können, die auch das Inkasso für die Telekommunikationsdienstleistungen übernehmen. Viele Verlage und auch andere kleinere Anbieter von Internet-Zugängen (Access Provider) könnten nicht mithalten, wenn ihre Kunden den teuren Ortstarif der Telekom bezahlen müßten, kritisierte der BDZV.

In einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, Ron Sommer, weist BDZV-Vizepräsident Richard Rebmann darauf hin, daß all jene Verlage in einen erheblichen Wettbewerbsnachteil geraten, die lediglich Einwählknoten - sogenannte POPs - installiert haben. Der Nutzer wählt sie über das normale Telefonnetz an und zahlt in diesen Fällen den Ortstarif direkt an die Telekom. Dieser soll nach der neuen Preisstruktur erheblich über dem Tarif liegen, den Unternehmen zahlen, die - ähnlich wie T-Online - auch das Inkasso für die Telekommunikationsgebühr übernehmen (AFOD-Normaltarif).

Wenn sich ein Zeitungsverlag für den sogenannten AFOD-Tarif entscheide, schreibt Rebmann weiter, entstünden ihm allerdings neue Nachteile: Zwar sei das betroffene Zeitungsunternehmen in der Region ein bedeutender Kunde der Telekom und sorge für die Auslastung des regionalen Verteilzentrums; doch werde dies in der AFOD-Rabattstaffel in keiner Weise berücksichtigt. Die Rabattierung orientiert sich ausschließlich am nationalen Gesamtvolumen des jeweiligen Telekom-Kunden. Rebmann: "Eine solche Klassifizierung ist für die deutschen Zeitungsverleger nicht nachvollziehbar. Deshalb verwundert es nicht, daß in unseren Häusern der Eindruck entsteht, Zeitungsverlage würden von der Telekom nur noch als Kunden zweiter Klasse behandelt." Auf dem Markt der Online-Angebote führe die Ungleichbehandlung dazu, daß regionale Anbieter gegenüber nationalen Providern nicht konkurrenzfähig bleiben können.

Gelöst werden könnte das Problem nach Auffassung der Zeitungsverleger durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), die Internet-Nutzern den Zugang zum lokalen Einwahlknoten des jeweiligen Providers für drei Pfennig pro Minute ermöglichen könnte. In einem Schreiben an den Präsidenten der RegTP, Klaus-Dieter Scheuerle, wies Rebmann darauf hin, daß angesichts der aktuellen Gebührendiskussion eine rasche Gleichstellung großer und kleiner Access-Provider notwendig sei. Falls dies nicht gelänge, entstehe beim Geschäft mit Internet-Zugängen eine Konzentration auf wenige große Anbieter im Markt. Damit verbunden wäre der Verlust von Arbeitsplätzen in der Region. Eine solche Entwicklung wäre aus Sicht der Zeitungsverleger auch medienpolitisch äußerst bedenklich. "Es kann und darf nicht gewollt sein, daß einige wenige Telekommunikationsunternehmen mit ihren Partnern das Geschäft mit Internet-Zugängen beherrschen und diese Marktmacht nutzen, um die eigenen Online-Medien zu fördern", so der BDZV.

Für die Zeitungsverlage stellt sich angesichts der aktuellen Geschäftspolitik der großen Telekommunikationsanbieter die Frage, ob mit Hilfe einer Bündelung der Gebührenvolumina regionaler Access-Provider der Ungleichbehandlung im Markt begegnet werden kann. Der BDZV ermittelt derzeit das Interesse der Mitgliedsverlage an einer Nachfragebündelung. Über die weitere Entwicklung dieses Themas wird in den gedruckten Diensten und dem E-Mail-Newsletter informiert.

Kontakt:
Thomas Breyer,
Telefon 0228/81004-29
(breyer@bdzv.de)

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