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27. Mai 1999 | Digitales

Telefonpreise: Verlage wehren sich gegen Benachteiligung

Entscheidung der Regulierungsbehörde soll Klarheit bringen

Voraussichtlich bis zum 16. Juni 1999 dauert das Beschlußkammer-Verfahren der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) über die Rechtmäßigkeit der Telefonpreise für Internet-Dienstleister.

Vorausgegangen war eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen America Online (AOL) und T-Online über die Höhe der Entgelte für privaten Internet-Zugang: T-Online hat zum 1. April ein Preismodell von sechs Pfennig pro Minute im Markt etabliert und wurde vom Hamburger Landgericht dazu verpflichtet, aufzuschlüsseln, welcher Anteil auf die Telefonie und wieviel Pfennig auf die Online-Dienstleistungen entfallen. Das T-Online-Preismodell von drei Pfennig Nutzungs- und drei Pfennig Verbindungsentgelt wird nun ebenfalls Gegenstand des Regulierungsverfahrens sein. Damit nicht nur die Bedürfnisse großer nationaler beziehungsweise internationaler Internetprovider berücksichtigt werden, hat der BDZV Gespräche mit der Regulierungsbehörde geführt und unter anderem auf die wettbewerbspolitische Benachteiligung regionaler Online-Dienstleister hingewiesen. Sollte die Regulierungsbehörde in ihrem Urteil die vom Hamburger Landgericht angeregte Entbündelung von Telefonie und Internet-Dienstleistungen weiter fortentwickeln, könnte dies die gegenwärtige Preisstruktur für Telefondienstleistungen für Access-Provider grundsätzlich verändern und die Situation der Zeitungsverlage als regionale Dienstleister stark verbessern.

Da der Marktdruck durch die konkurrierenden - scheinbaren - "Billig-Angebote" der großen Online-Dienstleister gegenwärtig sehr groß ist, haben die meisten Zeitungsverlage begonnen, ihr Preismodell anzupassen, und für die Zeit bis zum Ende des Regulierungsverfahrens nach vertraglichen Zwischenlösungen zu suchen. Grundsätzlich erscheint es ratsam, lediglich kurzfristig kündbare Verträge abzuschließen und eine Verpflichtung zu Mindestabnahmemengen zu vermeiden. Für Zeitungsverlage, die lediglich Telefondienstleistungen einkaufen und das Inkasso der Telefonie selbst übernehmen, gibt es von der Deutschen Telekom AG das "Angebot für Online-Diensteanbieter (AfOD)". Bei einem Minutenpreis von 3,08 Pfennig (nur Telefonie) bietet die Telekom allerdings nur minutengenaue Abrechnung. Da Zeitungsverlage als regionale Anbieter in der Regel nicht das Volumen für eine Berücksichtigung in der Telekom-Rabattstaffel besitzen, hat sich die Telekom dazu bereit erklärt, bei einem Sammeleinkauf entsprechende Rabatte zu gewähren. Die ZET.NET/mbt Online KG, ein Zusammenschluß von 29 regionalen Zeitungsverlagen, hat sich dazu bereit erklärt, für alle interessierten Zeitungsverlage das "Handling" von Sammelbestellungen zu übernehmen. Informationen unter: Telefon: 089/450652-17, Fax: 089/450652-90 oder e-Mail: al@zet.net.

Für Zeitungsverlage, die als Access-Provider private Internet-Zugänge anbieten, aber nicht selbst das Inkasso (Billing) der Telefonie übernehmen, gibt es mittlerweile eine Reihe von Angeboten. Angesichts der noch ausstehenden Regulierung durch die RegTP scheint es allerdings verfrüht, vor dem 16. Juni 1999 die grundsätzliche Providingstrategie zu verändern. Verlage, die sich vorstellen können, künftig statt der reinen Telefonie eine Fullservice-Dienstleistung (Telefonie und Internetdienstleistung) von einem externen Anbieter zuzukaufen, sollten mit einer endgültigen Entscheidung das Ende des Beschlußkammerverfahrens abwarten, um den Strategiewechsel bei ausreichender Rechssicherheit vornehmen zu können. Anbieter im Markt für Telefonie plus Internetdienstleistungen sind derzeit die Deutsche Telekom AG mit "T-InterConnect OnlineConnect", das Telefonunternehmen "MCI Worldcom" und das Bertelsmann-Tochterunternehmen "mediaways". Die Angebote sind in ihrer Preisstruktur nur schwer miteinander vergleichbar. Erfolglose Einwahlversuche der Kunden gehen bei allen Anbietern zu Lasten des Verlags als Provider. Detailinformationen zu den drei Anbietern können per e-Mail beim BDZV, Frau Michaela Kuhn (kuhn@bdzv.de), unter Angabe der Telefax-Nummer abgerufen werden.

Wie weit sich im Ausland mittlerweile der Wettbewerb der Access-Provider entwickelt, zeigt eine Ankündigung der Kaufzeitung "Sun", die unter der Bezeichnung "The People's Portal" einen kostenlosen Internet-Zugang anbietet. Während in den USA die Ortsgespräche nur mit einer Pauschale abgerechnet werden und keine zeitabhängigen Telefongebühren berechnet werden, wird es in Deutschland auch in naher Zukunft keine "Flat-Rate" geben. Nach den Worten von Telekom-Chef Ron Sommer würde eine Flat-Rate zu Engpässen im Telefonnetz führen und Vielsurfer ungerechtfertigt subventionieren.

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