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13. Mai 2002 | Allgemeines

Tarifforderungen sind utopisch

Bayerische Zeitungsverleger: Dramatische Entwicklung im Werbemarkt

Die Konjunkturflaute in Deutschland hat auch in den Bilanzen der bayerischen Zeitungsverleger tiefe Spuren hinterlassen. Die Werbeeinnahmen der Zeitungen im vergangenen Jahr seien dramatisch zurückgegangen, erklärte der Vorsitzende des Verbands der Bayerischen Zeitungsverleger (VBZV), Dr. Hermann Balle, anlässlich der Jahrestagung des Landesverbands am 1. Mai 2002 in Bayreuth.

Die Anzeigenumfänge hätten in Bayern um 12,8 Prozent abgenommen, die Stellenmärkte seien teilweise um mehr als 40 Prozent rückläufig. Angesichts dieser Entwicklung seien die in der Branche erhobenen Tarifforderungen von bis zu 6,5 Prozent „utopisch“, kritisierte Balle. Für Lohnerhöhungen gebe es nur geringe Spielräume. „Ich kann nur hoffen, dass den Gewerkschaften noch klar wird, dass sie sich bewegen müssen“, sagte der Verbandsvorsitzende. Die derzeit geltenden Tarifverträge böten zudem keine differenzierten Lösungen mehr, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Unternehmen gerecht zu werden. Positiv hob der VBZV-Präsident dagegen hervor, dass die bayerischen Tageszeitungen ihre Auflage mit rund drei Millionen Exemplaren täglich stabil halten konnten.

 

Im Anschluss hielt der Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Claus Strunz, ein Plädoyer für die Boulevardisierung der Zeitung. „Langeweile ist die Leichenstarre der Zeitung“, erklärte er kess und verlangte eine Wende – vor allem die Wende in den Köpfen -, wenn die Zeitungen die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht verlieren wollten. Die Macher müssten sich den neuen Gegebenheiten und den radikal veränderten Lesegewohnheiten der jüngeren Leute stellen, erklärte Strunz, der selbst in Bayreuth aufgewachsen ist und als Volontär des „Nordbayerischen Kuriers“ das Journalistenhandwerk erlernte. Zwar stimme es, dass die Jugendlichen mehrheitlich vor langatmigen Texten zurückschreckten, es stimme aber nicht, dass nicht mehr geschrieben und gelesen werde. Das zeige der rasante Anstieg von E-Mail und SMS; das zeige auch der Sturm auf gute Bücher wie etwa Harry Potter. Strunz’ Credo: „Stimmt die Ware, wird sie auch gelesen.“

 

Aus der Sicht des „BamS“-Chefredakteurs liegt der Schlüssel zum Erreichen jugendlicher Leser in einer „klugen Boulevardisierung“. Vordringliche Aufgabe müsse es sein, gute Inhalte neu zu verpacken, die Geschichte in der Geschichte herauszuarbeiten, Kernthesen zu betonen und Themen, die Jugendliche interessieren, „klug geerdet ins Blatt zu bringen“.

 

Internet: www.vbzv.de

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