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08. April 2003 | Allgemeines

Talsohle ist noch nicht durchschritten

Schwierige Lage der Zeitungsbranche im Zentrum der niedersächsischen und hessischen Jahrestagungen

Die Talsohle für die von Anzeigen- und Auflagenrückgängen geplagten Zeitungshäuser ist nach Auskunft des Verbands Nordwestdeutscher Zeitungsverlage (VNZV) noch nicht durchschritten. Der Vorsitzendes des Ver-bands Hessischer Zeitungsverleger (VHZV), Wolfgang Maaß, erklärte, es gebe noch keine Anzeichen für eine Kehrtwende am Markt.

Nach einem bisher von den Verlagen so noch nie erlebten Umsatz- und Ergebniseinbruch 2001 und einem ähnlich schlechten Jahr 2002 lägen die Zahlen der ersten Monate 2003 noch unter denen des Vorjahres, sagte der VNZV-Vorsitzender Peter-Jürgen Lesemann anlässlich der Jahrestagung der Landesorganisation am 2. April 2003 in Göttingen. Lesemann, gleichzeitig Geschäftsführer des Braunschweiger Zeitungsverlags, wurde von der Versammlung in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt.

 

Der Stellen- und Kraftfahrtzeuganzeigenmarkt sei regelrecht eingebrochen, schilderte Lesemann weiter. Das Internet spiele als Werbeträger zudem eine immer stärkere Rolle. Die Auflage der 50 VNZV-Mitgliedsverlage sei um 1,25 Prozent auf 1,61 Millionen Exemplare zurückgegangen. Die finanzielle Belastbarkeit vieler Verlage stoße an Grenzen. „Wir müssen lernen umzudenken“, forderte der Verbandsvorsitzende. „Mut zu einschneidenden Reformen ist das Gebot der Stunde.“ Dies gelte auch für die längst nicht mehr zeitgemäßen Tarifregelungen.

 

Anzeigenschwäche hält an

 

Auch die hessischen Zeitungsverleger sehen keine Zeichen für ein Ende der wirtschaftlichen Krise der Medien. „Die wirtschaftliche Lage der Zeitungen hat sich weiter verschlechtert“, erklärte der Vorsitzende des Verbands Hessischer Zeitungsverleger (VHZV), Wolfgang Maaß, anlässlich der Jahreshauptversammlung des Verbands am 31. März 2003 in Frankfurt am Main. Die Anzeigenumfänge im Januar und Februar 2003 seien im Vergleich zum Vorjahr um sieben und zehn Prozent gesunken. Es gebe keine Anzeichen für eine Besserung der anhaltenden Anzeigenschwäche.

 

Notwendig seien Änderungen zum Beispiel beim Kündigungsschutz. Die derzeitigen „extensiven“ Kündigungsschutzregeln nähmen den Unternehmen jede Flexibilität in der Personalpolitik. Sie hemmten zudem den Einstieg von Arbeitslosen in ein Beschäftigungsverhältnis, heißt es im Geschäftsbericht der hessischen Landesorganisation.

 

Kritik übte der VHZV an der Expansion der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Der anste-hende neue Rundfunkstaatsvertrag muss aus Sicht der Zeitungen zu einer Beschränkung der „wuchernden Internet-Aktivitäten“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf eine programmbegleitende Thematik führen. Zudem sollte es bei dem Verbot lokaler Rundfunkwerbung bleiben, forderten die hessischen Zeitungsverleger. Bestrebungen etwa der FDP, das Verbot aufzubrechen, seien gegen die lokale und regionale Presse gerichtet. Diese müsse sich im Wesentlichen aus den lokalen Werbemärkten finanzieren.

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