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26. März 2003 | Allgemeines

Tageszeitungen sehen noch keinen Silberstreif am Horizont

Gewerkschaftsforderungen bei Drucktarifen sind überzogen / BDZV-Präsident Helmut Heinen im Interview mit dpa

Für die Ertragslage der Tageszeitungen ist kein Silberstreif am Horizont des Werbemarktes in Sicht. Das sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen am 23. März 2003 in einem Gespräch mit Wilm Herlyn, dem Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Nach wie vor sorgen wir uns erheblich um die Rubrikenanzeigen, vor allem bei den Stellenangeboten.“ In den vergangenen beiden Jahren musste die Branche einen Umsatzrückgang von etwa 30 Prozent verkraften. Dieser negative Trend setze sich fort, urteilte Heinen, der auch Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“ ist.

 

Die Konjunkturflaute beeinflusse auch die Auflagenhöhe der Zeitungen. Er beobachte „eine schleichende Erosion schon seit Jahren“. Schuld trage nicht nur die demografische Entwicklung, sondern „vielen Leuten fehlt in der Krise einfach das Geld für ein Abonnement“. Allerdings steige die Reichweite, da die Zeitung an die Nachbarn zum Mitlesen weiter gegeben werde.

 

Heinen beklagte, dass der Gesetzgeber seit 1999 die Medien mit einer Unzahl von Vorschriften stark belaste. Betroffen seien durch die Neufassung des Gesetzes über geringfügig Beschäftigte vor allem die „guten und qualifizierten Zeitungsausträger“. Vielfach müssten die Verlage mit teuren Notkonstruktionen und Nachbarzustellungen reagieren, um die Zeitungen einigermaßen pünktlich zum Leser bringen zu können. Heinen forderte von der Politik: „Es muss Schluss sein mit diesen Belastungen, und es muss in aller Ruhe nachgedacht und geprüft werden, wo Belastungen wieder zurück genommen werden können.“ Er lehnte aber jede staatliche Unterstützung rigoros ab: „Wir sind auch in schwieriger Situation keine Branche, die nach einer pressespezifischen Unterstützung ruft. Das haben wir nie getan und werden es auch nicht tun.“

 

Zu den Tarifverhandlungen im Druckbereich, die am 4. April fortgesetzt werden, kündigte er an, die Arbeitgeber könnten lediglich über einen Inflationsausgleich minus Korrektur des Vorjahresergebnisses von 3,4 Prozent Lohnsteigerung verhandeln. Angesichts der Not leidenden Druckbranche nannte er die Forderung der Gewerkschaften von drei Prozent überzogen.

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