Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

08. März 2011 | Allgemeines

Tageszeitung: lokaler Anker in der digitalen Welt

19. Forum Lokaljournalismus: Experten diskutierten die Zukunft der Zeitung

Im Zeitalter der schnellen digitalen Informa-tionen steht die Tageszeitung im starken Wettbewerb mit den elektronischen Medien Fernsehen und Internet. Deshalb ist es ent-scheidend, dass die Lokalredaktionen ihre Stärken weiter ausbauen und auf fundierte Recherche, Orientierung und Verständlichkeit setzen. Das forderten die Leser von ihrer lo-kalen Tageszeitung und das macht sie unver-zichtbar. Die lokale Tageszeitung hat ihren festen Platz im Medienmix und in der Gesell-schaft. Und deshalb haben vor allem die lo-kalen und regionalen Tageszeitungen Zukunft – gedruckt und online. So lautete das Fazit der Experten beim 19. Forum Lokaljournalis¬mus der Bundeszentrale für politische Bil¬dung (bpb) in Waiblingen.

„Die neue Architektur des Lokaljournalismus“ – unter diesem Motto diskutierten 150 Chefredak­teure, Lokalchefs sowie Experten aus Politik und Forschung über die Zukunft der Zeitung. Journa­listen und Wissenschaftler befassten sich in Waiblingen mit der zentralen Frage: Welche Auf­gaben haben die lokalen und regionalen Medien in der Demokratie der digitalisierten Welt?

„Das Herzstück und die Stärke der Tageszei­tung liegen im Lokalen. Die Leser fordern von den Lokaljournalisten solide und hartnäckige Recherche, mit professioneller und glasklarer Analyse, mit profunder und kritischer Meinung“, befand Thomas Krüger, Präsident der Bundes­zentrale für politische Bildung.

Der Kongress befasste sich vor allem mit den publizistischen Anforderungen und den Aufgaben von Lokaljournalisten im digitalen Zeitalter. Die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und ei­nem neuen lokaljournalistischen Profil stand da­bei im Fokus der Expertenforen, Vorträge und Diskussionsrunden. Für Jens Lönneker, Psycho­loge und Geschäftsführer des Instituts rheingold, besteht die größte Herausforderung darin, das „Lokale überhaupt zu definieren“. Früher sei „lo­kal“ die Heimat gewesen, „ein Ort, den man auf der Landkarte anstreichen konnte. Heute aber ist die Definition bei vielen Jugendlichen nicht mehr so einfach“, konstatierte der Experte. Für die junge Generation sei Heimat nicht so sehr der Ort, wo sie wohnten, „sondern der Ort, wo sie ihre Familien und Freunde haben, wo sie neue Kontakte und Leute mit gleichen Interessen fin­den können“. Und dies seien derzeit vor allem Internet-Foren und Social Networks. Diese Ent­wicklung stelle die Zeitungsmacher vor neue Auf­gaben. Und auch die zunehmende Individualisie­rung der Menschen mache es schwerer, ein An­gebot für alle zu bieten. Die Lokalzeitung könne jedoch verschiedene „Individualwelten abbilden“, so Lönneker.

Ein Umdenken beim journalistischen Selbstbild forderte Bart Brouwers, Chefredakteur Lokaal Online der „Telegraaf Media Group“, in den Nie­derlanden. „Früher hatten wir Journalisten das Informationsmonopol und haben es uns deshalb in unseren Burgen bequem gemacht. Das kön­nen wir heute nicht mehr. Die Informationen sind heutzutage überall, jeder Bürger kann über das Internet seine Nachrichten verbreiten. Die Infor­mation ist demokratisiert“, sagt Brouwers. Der Chefredakteur fordert: „Um als Journalisten wei­terhin an diesen Informationen teilzuhaben und sie zu begleiten, müssen wir unsere Burgen zu Marktplätzen umbauen. Wir sind nicht mehr die Sender.“ Weitere Informationen, Hintergründe, Fotos und Videos zum 19. Forum Lokaljournalis­mus der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es unter www.forum-lokaljournalis­mus2011.de.

zurück