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25. Mai 2010 | Allgemeines

„Tablet-PCs können zur tragenden Säule im Refinanzierungssystem der Verlage werden“

BDZV/ZV-Fachtag „E-Publishing“ präsentiert Endgeräte, Branchenlösungen und Erwartungen an iPad und Co.

Das Publizieren auf den neuen Tablet-PCs wie dem iPad von Apple oder dem WeTab von Neofonie eröffnet für Zeitungsverlage neue Chancen und Geschäftsfelder. Darin waren sich die mehr als 60 Teilnehmer des BDZV/ZV-Fachtags „E-Publishing“ am 20. Mai 2010 in Berlin einig. Der BDZV habe das Thema E-Publishing bereits sehr früh besetzt und unter der Federführung der Arbeitsgruppe Elektronisch Publizieren/Multimedia eine Expertengruppe eingesetzt, erläuterte Hans-Joachim Fuhrmann (Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung und Leiter der BDZV-Abteilung Kommunikation + Multimedia) in seiner Eröffnungsrede. Verlage müssten jetzt entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen sie sich auf den neuen Plattformen engagierten. Daher stelle sich auch die Frage nach Kooperationen bis hin zu einer von den Verlagen selbst zu bewerbenden Plattform. „Differenzieren statt duplizieren“ sei das Credo der Stunde, betonte der Publi¬zist und Verlagsberater Werner Lauff, der im Auftrag des BDZV eine Expertise zu den Chancen und Risiken von Tablet-PCs erstellt hat.

startbild E-Publishing"Das iPad ist eine Zwischenstufe zwischen Handy und stationärem Rechner, und diese neue Mediengattung verlangt nach ganz eigenen Inhalten und Darstellungsformen“, so Lauff. Weder Eins-zu-Eins-Kopien von Websites, noch reine PDF-Duplikate der gedruckten Zeitung würden die Käufer derart ochpreisiger Geräte befriedigen. Schließlich werden sowohl das iPad als auch das WeTab zum Verkaufsstart etwa 500 Euro kosten – in der Premiumausstattung das iPad deutlich über 700 Euro. „Tablet-PCs sind dafür da, um Spaß zu haben – um auf der Couch Zeitung zu lesen und nebenbei Radio zu hören. Sie sind ein typisches ‚Lean-Back-Medium‘“, fuhr Lauff fort. Dies bedeute für die Verlage, Angebote zu schaffen, die gleichzeitig entspannen wie informieren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADie Herausforderung der nächsten Jahre besteht nach Ansicht der Referenten des BDZV/ZV-Fachtags „E-Publishing“ somit darin, neben attraktiven Inhalten für die gedruckten Zeitungsausgaben und Verlags-Websites eine Produktpalette für die mobilen Endgeräte zu entwickeln. „Denn diese haben das Potenzial zu einer tragenden Säule im Refinanzierungssystem der Verlage zu werden“, war sich Gregor Waller (Leiter Strategie und Innovation der Welt-Gruppe/"Hamburger Abendblatt"/"Berliner Morgenpost" der Axel Springer AG, Berlin) sicher. Zwar seien iPad oder auch das Amazon „Kindle“ noch Produkte für Nischenmärkte, „doch im Laufe des Jahres 2010 werden die Tablet-PCs den Massenmarkt erobern“, so Waller weiter. Experten wie Werner Lauff gehen davon aus, dass zum Weihnachtsgeschäft bis zu 50 Endgeräte vorgestellt werden. Neben Apple und der Neofonie GmbH würden Unternehmen wie Google, Microsoft, Dell oder Samsung an eigenen Tablet-PCs arbeiten. „Von daher ist es wichtig, dass man sich nicht nur auf ein Gerät spezialisiert, sondern seine Angebote für möglichst viele kompatibel gestaltet“, sagte Mikal Rhode von der Norwegian Media Businesses` Association.

Diese Multiplattform-Aufstellung sei beispielsweise über einen branchenweiten Verlagskiosk möglich, wie er derzeit von Bertelsmann und der Direct Group entwickelt wird, erläuterte Bernhard Mischke (Leiter Digitale Vermarktung Deutscher Pressevertrieb). Darüber ließen sich neben digitalen Zeitungsabos auch E-Books und andere Multimediaangebote der Verlage verkaufen, und das endgerätunabhängig. Aufgrund der hinter dem Kiosk stehenden White-Label-Technologie lasse sich dieser einfach in Verlags-Websites oder Smartphone-Apps einbauen. „Damit kann jedes Zeitungshaus entsprechend der eigenen Markenstrategie Inhalte einstellen und gestalten“, erklärte der Vertriebsexperte.

startbild e-publishingFür derartige Branchenlösungen, aber auch für Einzelprojekte von Verlagen zeigte sich Helmut Hoffer von Ankershoffen (Sprecher der Geschäftsführung der Neofonie GmbH) offen. Im Gegensatz zum amerikanischen Wettbewerber Apple wolle Neofonie Kundendaten an die Verlage weitergeben und diese an den Nutzungsgewohnheiten der User teilhaben lassen. „Wir verstehen die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage als Partner“, so von Ankershoffen.

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