Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

17. März 2005 | Allgemeines

Studie: Politiker machen Medien für Vertrauensverlust verantwortlich

BDZV: Bote wird für die schlechte Nachricht bestraft

Mit großer Verwunderung hat der BDZV auf eine Umfrage reagiert, wonach die Medien in den Augen der meisten Bundestagsabgeordneten in hohem Maße mitverantwortlich für das schwindende Vertrauen der Bevölkerung in die Politiker seien. „Wer den Boten der schlechten Nachricht für deren Inhalt verantwortlich macht, der stiehlt sich aus der Verantwortung“, sagte ein Sprecher des BDZV. Es sei originäre Aufgabe der Zeitungen, kritisch zu berichten und politische Missstände offen zu legen. Viele politische Skandale wären ohne die journalistische Leistung der Zeitungen unentdeckt geblieben. Obendrein leiste die Tagespresse ständig Erklärungshilfe, wenn politische Entscheidungsträger wieder einmal bei der Kommunikation gesetzlicher Regelungsvorhaben versagten, wie zuletzt bei den Auswirkungen von Hartz IV und den Anträgen für Arbeitslosengeld II geschehen.

Auf scharfe Ablehnung stieß die Medienschelte der Politiker auch beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). So betonte der VDZH die Kontrollfunktion der Presse in einer Demokratie. Parteispendenaffäre, Visa-Affäre oder nicht-transparente Nebentätigkeiten von Abgeordneten seien nur drei von zahlreichen Beispielen, die von den Medien aufgedeckt wurden. Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken erklärte, dass Hofberichterstattung in der Demokratie keinen Platz habe. Insbesondere die jüngste Debatte um Nebeneinkünfte von Politkern habe gezeigt, wie Notwendig Transparenz sei.

Laut der am 15. März 2005 veröffentlichten Umfrage des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) waren knapp 97 Prozent der befragten Parlamentarier der Ansicht, dass sich „die Art, wie Journalisten über Politik berichten“, negativ auf das Vertrauen der Wähler in Politik und Parteien ausgewirkt habe. Dagegen folgten die Antworten „überzogene Versprechungen von Politikern“ und „Affären und Skandale, in die Politiker verwickelt waren“ als Gründe für Politikverdrossenheit abgeschlagen auf Platz zwei und vier.

Mehr als 53 Prozent der Abgeordneten gaben an, der Presse „nicht sehr viel“ oder sogar „sehr wenig“ Vertrauen entgegen zu bringen. Ähnlich negative Werte gab es auch für die elektronischen Medien und die Gewerkschaften. Sehr viel Vertrauen genießen bei den Abgeordneten dagegen die Polizei, Gerichte und der Bundespräsident. An der Befragung haben 205 von 603 Bundestagsabgeordneten teilgenommen, das entspricht einer Rücklaufquote von 34,1 Prozent. Download des Berichts unter:

 

Internet: www.wz-berlin.de/zkd/dsl/download.de.htm

zurück