Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

06. November 2013 | Allgemeines

Studie: Ein Drittel der Eltern liest zu wenig vor

Zehnter bundesweiter Vorlesetag mit mehr als 50.000 „Vorlesern“

In 30 Prozent der Familien mit kleinen Kindern wird zu wenig vorgelesen. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie „Neuvermessung der Vorleselandschaft“ zum Vorleseverhalten in Deutschland, die die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Hamburg), die Stiftung Lesen (Mainz) und die Deutsche Bahn AG (Berlin) am 28. Oktober 2013 in Berlin vorgestellt haben. Die mittlerweile siebte gemeinsame Expertise zu unterschiedlichen Aspekten des Vorlesens ermittelte nicht nur den Status quo 2013, sondern verglich ihn auch mit Resultaten der ersten Untersuchung aus dem Jahr 2007. Zugleich bildet die „Neuvermessung der Vorleselandschaft“ den Auftakt zum zehnten Bundesweiten Vorlesetag am 15. November.

In 30 Prozent der Familien mit Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren wird laut der Studie selten oder gar nicht vorgelesen. Dies gilt weiterhin besonders für Haushalte aus bildungsfernen Schichten. Ebenso lesen Väter ihren Kindern deutlich seltener vor als Mütter: Während 29 Prozent der Mütter das täglich machen, sind es bei den Vätern nur neun Prozent. „Das Vorlesen muss nach wie vor gefördert werden“, bilanzierte Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Dass die Maßnahmen zur Förderung des Vorlesens greifen, zeige der Vergleich der aktuellen Zahlen mit den Ergebnissen von 2007. Hier gebe es eine sukzessive Verbesserung.
Laut Ehmig lesen in Familien mit Kindern im Vorschulalter heute sechs Prozent mehr Eltern vor als 2007. Vor allem bildungsferne Familien seien durch Förderungsmaßnahmen erreicht worden. In dieser Gruppe sei die Zahl der regelmäßig vorlesenden Eltern überdurchschnittlich um 14 Prozentpunkte von 67 Prozent auf 81 Prozent angestiegen. Insgesamt läsen auch mehr Väter ihren Kindern vor als noch vor sechs Jahren.
Die Vorlesestudie 2013 zeige außerdem, dass sich zwar „fast alle Eltern für ihre Kinder eine gute Bildung“ wünschten (83 Prozent), aber nur drei Viertel (75 Prozent) Lesekompetenz und nur gut die Hälfte (51 Prozent) Lesefreude als wichtige Erziehungsziele ansähen. „Vielen Eltern ist der Zusammenhang zwischen Vorlesen, Lesekompetenz der Kinder und Bildung nicht bewusst“, betonte bei der Präsentation Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Lesefreude und Lesemotivation müssten als zentrale Voraussetzungen für gute Lesefähigkeit und damit als Schlüssel für Bildung stärker in das Bewusstsein der Eltern gerückt werden.

Tablets - Geschenk des Himmels

Auch digitale Medien können einen Anreiz für das Vorlesen schaffen, wie bereits die Vorlesestudie 2012 gezeigt hat. Binnen eines Jahres ist der Absatz von Tablet-PCs in bildungsfernen Milieus mit Kindern im Vorlesealter deutlich gestiegen. „Hier liegt eine große Chance, gerade diese Zielgruppe mit passenden Angeboten wie zum Beispiel Vorlese-Apps zu erreichen und zum Vorlesen zu motivieren“, betonte Rainer Esser, Geschäftsführer „Die Zeit“. Der Manager bezeichnete Tablets als „Geschenk des Himmels“ auch für Zeitungen und Zeitschriften. Immer mehr Presseerzeugnisse würden auf mobilen Endgerät gelesen.
Darüber hinaus braucht das Vorlesen starke öffentliche Signale, darin waren sich die Vertreter von „Die Zeit“, Stiftung Lesen und Deutscher Bahn einig. Aus diesem Grund rufen sie gemeinsam zur Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag auf, der in diesem Jahr am 15. November bereits zum zehnten Mal stattfindet. Nach Angaben des Geschäftsführers der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, haben sich bereits mehr als 50.000 ehrenamtliche Vorleser angemeldet und so einen neuen Teilnahmerekord aufgestellt. Sie treten unter anderem auf in Kindergärten und Schulen, an Bahnhöfen, in Buchhandlungen und Theatern, in Krankenhäusern und Altersheimen. „Durch solche breitenwirksamen Aktionen öffnen wir neue Einfallstore für das Vorlesen“, hieß es dazu von Maas. Für den Vorlesetag wurden die drei Veranstalter am 28. Oktober mit dem Preis „Ideen für die Bildungsrepublik“ ausgezeichnet, der von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Vodafone Stiftung Deutschland vergeben wird.

Mein Papa liest vor

Anlässlich der Präsentation der neuen Studie wies Stiftung-Lesen-Chef Maas auch auf ein neues Angebot seiner Organisation hin: Unter dem Motto „Mein Papa liest vor“ bieten mittlerweile 700 Unternehmen in Deutschland jeden Freitagnachmittag ihren rund zwei Millionen Mitarbeitern über das Intranet eine Geschichte zum Herunterladen an. Die bunt bebilderten Storys nehmen etwa zehn Minuten Zeit in Anspruch. Ziel sei es, insbesondere die Väter für das Lesen und Vorlesen mit ihren Kindern zu gewinnen. Die Aktion der Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit Kinderbuch-Verlagen ist für die teilnehmenden Unternehmen und Mitarbeiter unentgeltlich. Die Ergebnisse der Vorlesestudie 2013 stehen unter bit.ly/1ggW8V6 bereit. Informationen zum bundesweiten Vorlesetag gibt es unter www.vorlesetag.de.

zurück