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28. Oktober 2011 | Allgemeines

Studie: Buch oder Bildschirm – Wie liest es sich besser?

Deutsche stehen E-Books und elektronischen Lesegeräten skeptisch gegenüber

Das Lesen auf elektronischen Lesegeräten hat keine Nachteile gegenüber dem Lesen gedruckter Texte. Das ist ein Ergebnis einer Lesestudie, die der Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Kooperation mit der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH durchgeführt hat. Die am 12. Oktober 2011 im Umfeld der Frankfurter Buchmesse präsentierte Lesestudie dürfte jedoch nicht nur für die Buchbranche, sondern für alle Verleger von Informationen und Unterhaltung von Interesse sein.

E-Books und E-Reader spielen auf dem weltweiten Buchmarkt eine immer größere Rolle. Demgegenüber stehen vor allem in Deutschland die Leser E-Books und elektronischen Lesegeräten skeptisch gegenüber. Vor diesem Hintergrund sollte, wie Stephan Füssel, Leiter des Instituts für Buchwissenschaft und Sprecher des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mitteilt, untersucht werden, ob es für diese Skepsis fundierte Gründe gibt. Dank der Studie könne, so Füssel, die „verbreitete Meinung, das Lesen am Bildschirm habe nachteilige Effekte, wissenschaftlich fundiert“ entkräftet werden. Es gebe keinen „Clash der (Lese-)Kulturen – ob analog oder digital“; Lesen bleibe die wichtigste Kulturtechnik.“
In deutlichem Kontrast zum Ergebnis der Studie stehe der subjektive Eindruck der Probanden: So gut wie alle hätten ausgesagt, dass für sie das Lesen eines gedruckten Buches am schönsten sei. „Dieser subjektive Eindruck war dominierend“, erläutert Matthias Schlesewsky, Leiter der Arbeitsgruppe „Neuronale Grundlagen Sprachlicher Universalien“ (JGU, Mainz). Er stimme aber nicht mit den in der Studie erhobenen Daten überein. Nach Schlesewskys Erkenntnissen werden Informationen über Tablet-PCs leichter verarbeitet als beim Einsatz von E-Ink-Readern oder von Papierseiten; allerdings handele es sich dabei um einen „nicht bewusst wahrnehmbaren Vorteil“. Ein weiteres Ergebnis: Während es bei jüngeren Probanden keine Lesezeitunterschiede zwischen den drei Medien gab, zeigten die älteren Probanden schnellere Lesezeiten für den Tablet-PC.
Auch beim Vergleich von E-Ink-Readern und gedrucktem Papier entspricht die subjektive Wahrnehmung nicht dem Studienergebnis: Fast alle Probanden hätten ausgesagt, dass das Lesen auf Papier komfortabler sei als auf einem E-Ink-Reader. Laut Studie jedoch machte es im Bezug auf die Leseleistung keinen Unterschied, ob auf Papier oder einem E-Ink-Reader gelesen wird. „Die subjektive Präferenz für das gedruckte Buch ist also nachweislich kein Kriterium für die Schnelligkeit und die Güte der Informationsverarbeitung“, führt Matthias Schlesewsky aus.
Bei der Studie wurde „in einer alters- und geschlechtsbalancierten Stichprobe“ analysiert, wie sich das Lesen auf verschiedenen Oberflächen unterscheidet. Dafür haben die Probanden verschiedene Texte unterschiedlicher Komplexität gelesen, und zwar jeweils auf einem E-Book-Reader (Kindle), einem Tablet-PC (iPad) und auf Papier. Das Leseverhalten und die damit korrespondierende neuronale Verarbeitungsleistung der Probanden wurden durch die kombinierte Messung der Augenbewegungen (Eye Tracking) und der elektrophysiologischen Hirnaktivität (EEG) erhoben. Kriterien, die berücksichtigt und untersucht wurden, waren Leseverhalten und Lesestrategien, Textverständnis, Behaltensleistung und Erinnerungsvermögen sowie die Präferenzen der Probanden für das jeweilige Medium. Ausführliches Studienpapier unter www.uni-mainz.de/downloads/medienkonvergenz_lesestudie.pdf.

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