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22. Februar 2002 | Allgemeines

„Stern“ für Berichterstattung über CSU gerügt

Deutscher Presserat spricht neun Rügen aus / Kay E. Sattelmair zum Sprecher des Plenums gewählt

Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats hat die Hamburger Illustrierte „Stern“ gerügt, weil sie in einem Bericht die CSU des „Spendenbetrugs“ bezichtigt hatte.

Die Zeitschrift habe bei Ihrer Berichterstattung Quellen vernachlässigt, „die zeigen konnten, dass die CSU tatsächlich legal gehandelt hatte“, begründete der Pressrat am 20. Februar 2002 die Rüge, die einen schwerwiegenden Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex bedeutet. Danach müssen die „zur Veröffentlichung bestimmten Nachrichten und Informationen .... mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt“ geprüft werden. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Der „Stern“ hatte im Januar 2002 berichtet, die CSU habe für Patenschaftsabonnements ihres Parteiorgans „Bayernkurier“ jahrelang falsche Spendenquittungen ausgestellt und so staatliche Spendenzuschüsse von rund drei Millionen Euro „erschlichen“.

 

Weil auf der Titelseite des „Stern“ vor allem CSU-Chef Edmund Stoiber für den angeblichen Betrug verantwortlich gemacht worden sei, verwies der Presserat ferner auf Ziffer 9 des Kodex. Danach widerspreche es „journalistischem Anstand, unbegründete Behauptungen und Beschuldigungen, insbesondere ehrverletzender Natur, zu veröffentlichen“. Insgesamt hatten dem Presserat vier Beschwerden gegen die Berichterstattung des „Stern“ vorgelegen. Eine weitere Rüge wegen eines Verstoßes gegen Ziffer 2 wurde gegen die Illustrierte „Das Neue Blatt“ ausgesprochen. Die Zeitschrift hatte über eine Einbruchserie in einem Potsdamer Stadtviertel berichtet, in dem auch der Fernsehmoderator Günter Jauch wohnt. Ohne in der Berichterstattung irgendeinen Bezug zu Jauch und seiner Familie herstellen zu können, hatte das Blatt den Artikel unter die Überschrift gestellt: „Günter Jauch: Seine Frau und seine Töchter in großer Gefahr“. Bei weiteren sieben Rügen, die der Presserat aussprach, stand vor allem die Verletzung von Persönlichkeitsrechten im Vordergrund. Kritisiert wurden zwei Ausgaben der „Bild“-Zeitung, der „Berliner Kurier“ sowie die „tz“ aus München und die „Offenbach-Post“. Gegen Ziffer 7 des Pressekodex – die Trennung von redaktionellem Teil und Anzeigen – verstießen die Zeitschrift „Maxim“ sowie der Ratgeber „Haus und Wohnen“. Neben den neun Rügen sprach der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats ferner 15 Missbilligungen sowie 16 Hinweise aus. 39 Beschwerden wurden als unbegründet abgewiesen.

 

Anlässlich der Sitzung des Selbstkontrollorgans wurde am 20. Februar 2002 Kay E. Sattelmair zum neuen Sprecher des Deutschen Presserats gewählt. Er löst damit turnusgemäß nach einem Jahr den amtierenden Sprecher des Gremiums, Manfred Protze (ver.di Fachbereich Medien, dju), ab. Kay E. Sattelmair ist Verlagsgeschäftsführer der Welt-Gruppe im Axel Springer Verlag und gehört als Vertreter des BDZV dem Deutschen Presserat seit 1995 an. Zur stellvertretenden Sprecherin wählte das Gremium Ilka Desgranges (Deutscher Journalisten-Verband), Redaktionsleiterin der „Saarbrücker Zeitung“. Zum neuen Vorsitzenden des Trägervereins des Deutschen Presserats wurde Benno H. Pöppelmann, Justiziar des Deutschen Journalisten-Verbands, gewählt. Kontakt: Deutscher Presserat, Lutz Tillmanns, Telefon 0228/985720, E-Mail info(at)presserat.de.

 

Internet: www.presserat.de

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