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17. Oktober 2013 | Allgemeines

Starke Plädoyers für die Marke Zeitung

Publishing Gipfel von BDZV und VBZV bei den Medientagen München

In einem Punkt herrschte Konsens in der recht temperamentvollen Diskussion beim Publishing Gipfel von BDZV und Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) am 17. Oktober 2013 in München: Die Zeitungen sind in der digitalen Welt angekommen, doch gibt es noch etliche – bisher zu wenig genutzte – Chancen, die Stärken der Verlage auszuspielen.

Keynote-Speaker Ken Doctor prognostiziert beim Publishing-Gipfel, dass Anfang 2014 weltweit 550 Zeitungen auf Paid Content im Netz setzen werden.Keynote-Speaker Ken Doctor prognostiziert beim Publishing-Gipfel, dass Anfang 2014 weltweit 550 Zeitungen auf Paid Content im Netz setzen werden.Der amerikanische Publizist und Medienanalyst Ken Doctor hob hervor, dass der Übergang von der analogen in eine total digitalisierte Welt viele Branchen radikal verändert habe – allen voran den Buchhandel und die Musikindustrie. Die anhaltende Expansion der mobilen Kommunikation stelle die Verlagsbranche vor ganz neue Herausforderungen. Die Kernkompetenz der Zeitung – das „Storytelling“ – müsse mit allen technologischen Möglichkeiten auf allen Distributionskanälen weiterentwickelt werden, so Doctor. Die Verlage hätten ungeahnte Möglichkeiten, Leser und Werbekunden stärker zu binden und innovative Produkte und Services in den Markt zu bringen.

Der österreichische Zeitungsverleger und Vordenker der Branche, Eugen Russ (Schwarzach), warnte davor, die Zeitungen ohne jede Not krank zu reden. Die gedruckte Zeitung sei hierzulande - anders als in den USA - recht stabil im Markt. Sie sei der ultimative Browser, der in kürzester Zeit den universalen Blick auf die Welt liefere, egal ob auf Papier, Tablet oder Smartphone. Diese Stärke müsse gepflegt werden. Daneben gebe es viele Möglichkeiten, mit ergänzenden oder ganz neuartigen digitalen Produkten Zielgruppen zu erreichen. Dabei könnten die Verlage – bei aller Skepsis – auch im lokalen Raum mit Unternehmen wie Facebook und Google kooperieren.

Cherno Jobatey, frisch berufener Editorial Director der „Huffington Post Deutschland“ (München), appellierte sehr allgemein, journalistische Leidenschaft zu entwickeln. Zudem müssten Journalisten sich mehr technologisches Know-how aneignen. Als wichtigste Aufgabe der „Huffington Post“ nannte er, den Menschen in Deutschland eine Blogging-Plattform zu geben.

Der Chefredakteur der Welt-Gruppe (Berlin), Jan-Eric Peters, berichtete, dass in seiner Redaktion zunehmend das Prinzip „Online to Print“ verfolgt werde. Im Zentrum der journalistischen Arbeit stehe das Digitale. Die Institution „Zeitung“ befinde sich keineswegs in einer Krise. Journalismus sei die Kernkompetenz der Verlage, und dies sollte so bleiben.

Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, zeigte sich bezüglich des künftigen Geschäftsmodells der Verlage sehr zuversichtlich. Allerdings wüssten die Verlage viel zu wenig über die Leser/Kunden und deren Bedürfnisse. Die Produkte müssten viel zielgruppenspezifischer zugeschnitten werden. Neben einer klassischen „F.A.Z.“ seien noch viele Zusatzprodukte denkbar, die sein Unternehmen anbieten könnte, zeigte sich Trevisan überzeugt und kündigte an, dass auch die „F.A.Z.“ Anfang des kommenden Jahres ein Paid-Content-Modell einführen werde.

Der Vorsitzende des VBZV und Geschäftsführer der „Augsburger Allgemeinen“, Andreas Scherer, bekräftigte im Gespräch mit Moderator Frank Thomsen (Ressortleiter Deutschland beim Magazin "Stern" aus Hamburg) den Wunsch der Verleger nach einer Erweiterung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf digitale Zeitungsprodukte.

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Ort: München

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