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02. November 2006 | Digitales

Spielarten des Bürgerjournalismus

Bürgerjournalismus (Citizen Journalism) und Blogs werden von immer mehr Nutzern im Inter­net betrieben und gelesen. Die Erforschung und wissenschaftliche Einordnung des Phänomens habe jedoch bereits ihren Zenit erreicht. Das meint Bertrand Pecquerie, Geschäftsführer des World Editors Forum, bei einem Workshop des Weltverbands der Zeitungen (WAN) am 21. Ok­tober 2006 in Paris. Bei den Medienkongressen der vergangenen beiden Jahre sei über keine neuen inhaltlichen oder strukturellen Entwicklun­gen berichtet worden, nur noch über eine Vergrö­ßerung der Zahlen. Übereinstimmend sprächen die Experten von vier unterschiedlichen Katego­rien des Bürgerjournalismus: Zum einen gehe es um unvorhersehbare Ereignisse, insbesondere Unfälle oder Unglücke, bei denen ein zufällig Anwesender mit Kamera oder Handy ein Foto „schieße“. Typisches Beispiel seien die Verhee­rungen durch den Tsunami an der Jahreswende 2005 oder der Anschlag auf die Londoner U-Bahn gewesen. In die zweite Kategorie fielen, so Pec­querie, die „Community Blogger“, die durch „hy­perlokales Blogging“ eine lokale Gemeinde er­zeugen wollten. Typisches Beispiel dafür sei Bluffton today, die Community-Website des Ört­chens Bluffton in South-Carolina (www.blufftontoday.com). In eine dritte Gruppe fallen alle diejenigen Bürgerjournalisten und Blogger, die nicht etwa Nachrichten produzieren, sondern diese kommentieren. Ihr Credo: „News is a conversation.“ (Nachrichten sind ein Gespräch). Als vierte und letzte Gruppe schließlich werden die so genannten „Political Blogger“ ausgemacht. Sie verwenden die Blogs als ein Werkzeug, um ihre Ansichten, notfalls auch militant, zu verbrei­ten und in Aktion umzusetzen. Als Beispiel führte Pecquerie hier den Rausschmiss des CNN-Re­porters Ethan Jordan an, der beim Weltwirt­schaftsforum in Davos berichtet hatte, dass US-Soldaten im Irak Journalisten erschossen hätten. Die daraufhin einsetzende Anti-Jordan-Kam­pagne von Internet-Bloggern habe schließlich zur Entlassung des Journalisten geführt.

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