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04. Mai 2010 | Allgemeines

Soziale Netzwerke verändern das Denken – das Denken verändert Soziale Netzwerke

Podiumsdiskussion anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai

„Facebook ist ein Spiegel der Gesellschaft. Gibt es keinen Aufruhr auf den Straßen, ist es auch in den sozialen Netzwerken deutlich ruhiger“, so fasste die iranische Journalistin und Bloggerin Maryam Mirza die Stimmung in den iranischen Social Medias zusammen. Und derzeit sei es sehr ruhig auf den Straßen und damit auch im Netz. „Doch symbolisiert dies nicht die Hoffnungslosigkeit der Menschen, sondern das ist nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm“, meinte sie. Dass dieser nächste Sturm schon bald in Iran aufziehen könnte, wusste Peter Mezger, langjähriger Iran-Korrespondent der ARD, bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion von BDZV, Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Reporter ohne Grenzen (RoG) zu berichten. Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit diskutierten über 120 Teilnehmer über das Thema: „Das Internet in Iran und China – Zensur und Freiheitskampf“.

InternationaleTag der Pressefreiheit , Veranstaltung von Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Reporter ohne Grenzen (ROG). Das Internet in China und Iran: Zensur und Freiheitskampf
am Montag, 3. Mai 2010 um 18.30 Uhr in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen Hiroshimastraße 12-16, 10785 Berlin
Es diskutieren: Parvin Ardalan, iranische Bloggerin, Preisträgerin des Netizen-Prei- ses 2010 von Reporter ohne Grenzen; Peter Mezger, langjähriger ARD-Auslands- korrespondent in Iran, Berichterstatter nach den Präsidentschaftswahlen 2009; Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland; Shi Ming, chinesischer Journalist und Autor, seit 1988 im deutschen Exil. Die Moderation übernimmt Gregor Mayntz, „Rheinische Post“, Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz.
Für Anja Pasquay BDZV Foto © David AusserhoferInternationaleTag der Pressefreiheit , Veranstaltung von Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Reporter ohne Grenzen (ROG). Das Internet in China und Iran: Zensur und Freiheitskampf am Montag, 3. Mai 2010 um 18.30 Uhr in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen Hiroshimastraße 12-16, 10785 Berlin Es diskutieren: Parvin Ardalan, iranische Bloggerin, Preisträgerin des Netizen-Prei- ses 2010 von Reporter ohne Grenzen; Peter Mezger, langjähriger ARD-Auslands- korrespondent in Iran, Berichterstatter nach den Präsidentschaftswahlen 2009; Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland; Shi Ming, chinesischer Journalist und Autor, seit 1988 im deutschen Exil. Die Moderation übernimmt Gregor Mayntz, „Rheinische Post“, Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz. Für Anja Pasquay BDZV Foto © David AusserhoferFacebook wird immer mehr zum Medium

Und die Meinung der Diskutanten wie Gäste war eindeutig, das Internet hat die Protestbewegungen in Iran und China verändert und die Einwohner haben das Internet verändert. „Bis zur grünen Revolution war Facebook nicht mehr als ein Platz zum Freunde treffen. Seit 18 Monaten ist es neben Zeitung und Fernsehen ein wichtiges Medium“, erinnerte sich Mirza. Eine Einschätzung, die auch Mezger teilte: „Die Opposition hat das Internet und soziale Netzwerke neben der Straße zu einem zweiten Demonstrationsort für sich gemacht.“ Was dazu geführt habe, dass ausländische Medien zwar auf eine Fülle an Informationen und Informanten zugreifen konnten, „doch wir konnten die Masse an News kaum noch überprüfen und einordnen“, so Mezger. „Overnewsed but underinformed“ seien nicht nur die Journalisten, sondern damit zunehmend auch die Konsumenten gewesen. „Mehr denn je war es in dieser Phase unsere Aufgabe, Informationen, Bilder und Videos in einen Kontext zu stellen und diesen den Lesern, Hörern und Zuschauern zu erläutern“, so der Iranexperte weiter.

Zensur in China: komplette Themen auf schwarzer Liste

Nachrichten und Ereignisse in Zusammenhänge bringen und dadurch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat sich seit mehr als 20 Jahren auch der Journalist Shi Ming zur Aufgabe gemacht. Dabei steht in seinem Fokus jedoch nicht Iran, sondern seine Heimat China. Seitdem er 1988 ins deutsche Exil geflohen ist, berichtet er über Demokratisierungsbestrebungen im Land der Mitte. „Und die Bürger haben mithilfe des Internets zumindest eine zaghafte Demokra-tisierung in den vergangenen Jahren erzwungen“, so Shi Ming. Eine Entwicklung, die auch von der chinesischen Regierung mehr und mehr mit Arg-wohn betrachtet werde. „Die staatliche Führung zensiert Inhalte, weil sie Angst vor der Demokratisierung von unten hat und diese bremsen will“, erläuterte Shi Ming. Bei dieser Bewegung spielten auch Suchmaschinen eine wichtige Rolle. Denn über diese würden Bürger an nie gekannte Informationen gelangen und könnten sich ihr Bild der Welt zusammenstellen. „Und dann macht sich die Kommunikation selbstständig. Das ist der große Gewinn des Internets“, so Shi Ming weiter. Diesen Bestrebungen versuchten staatliche Stellen in China jedoch konsequent entgegenzuwirken, wusste Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland, zu berichten, und führte weiter aus: „Seit vier Jahren sind wir in China aktiv, und seit dem ersten Tag unterlagen wir einer strengen Zensur“. Anfänglich seien einzelne Suchwörter (Keywords) gesperrt worden, mittler-weile würden komplette Themenkomplexe, bei-spielsweise potenziell gefährliche Krankheiten, nicht mehr im Netz zu finden sein, so Shi Ming abschließend.

Ort: Berlin

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