Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

28. November 2012 | Allgemeines

Social-Media-Experte: Facebook wird wichtiger als Google

BDZV/ZV-Social-Media-Konferenz mit Strategiekonzepten und Best-Practice

Gut eine Milliarde Facebook-Nutzer, über 200 Millionen regelmäßige Twitterer und 5,1 Milliarden tägliche Videoaufrufe auf Youtube – Social Media scheint mittlerweile omnipräsent. „Doch das ist alles erst der Anfang“, zeigte sich der bekannte Autor Curt Simon Harlinghausen auf der BDZV/ZV-Konferenz „Neue Wege mit Social Media“ am 28. November 2012 in Berlin überzeugt.

Bis 2030 werde sich die Zahl der vernetzten und kommunizierenden Geräte – von Smartphones, über Computer, bis zur Waschmaschine – von derzeit zwölf Milliarden auf mehr als 30 Milliarden verdoppeln. „Und das verändert unser aller Zusammenleben und Kommunikation“, so der Berater. Zu dieser Veränderung, da ist sich Harlinghausen sicher, gehöre auch, dass Google seine derzeit dominierende Stellung im Netz an Facebook verliere. „Die klassischen E-Mails werden aussterben, auf allen Seiten wird man Social-Plug-Ins nutzen und vor allem werden die User primär den Marken und Medien folgen, die sie von ihren Freunden empfohlen bekommen“, umriss Harlinghausen den Siegeszug von Facebook.

Keine Abhängigkeit von Facebook zulassen


Für die Medien bedeute dies Gefahr und Herausforderung zugleich. Frühzeitig müssten Organisationsstrukturen in den Verlagen aufgebaut werden, die diesem Bedeutungszuwachs von Social Media gerecht würden: „Wir brauchen strategische Ansätze, personelle Ressourcen und vor allem ein Wissen darum, warum wir uns in den sozialen Netzwerken engagieren“, sekundierte Verena Schoy, Social-Media-Managerin bei Burda Media. In München leitet sie das Strategieteam des Medienhauses, das alle Abteilungen und Marken rund um den effizienten Einsatz von Facebook, Twitter und Co. berät. Ihre klare Botschaft an die Teilnehmer: Die sozialen Netzwerke können mehr als Marketinginstrument und Traffic-Lieferant für die Websites sein. Denn mittlerweile „verschleuderten die Media-Teams Anzeigen auf den Verlags-Facebook-Seiten nicht mehr als kostenlose Zugabe an gute Kunden“, sondern würden Social-Media-Inserate aktiv verkaufen. „Und die Nachfrage ist groß“, so Schoy. Zudem habe Burda erste gute Erfahrungen mit eCommerce-Shops in Facebook, oder wie sie es nannte fcommerce, gemacht. Zugleich warnte Schoy aber auch vor einer zu großen Abhängigkeit von Facebook: „Nach dem letzten Algorithmuswechsel sind die Fanpages von Unternehmen deutlich weniger prominent platziert. Das kostet uns Aufmerksamkeit und damit Traffic auf unsere Website – und wir können alle nichts gegen die neuen Facebook-Regeln machen.“

„Pforzheimer Zeitung“ fragt: wohin?


Auf das Steckenpferd Online-Handel setzt auch die „Pforzheimer Zeitung“ mit ihrer Facebook-Applikation „wohin“. In dieser fänden User nicht nur die aktuellsten Konzerte, Partys und Aufritte aus der Region, für die sie direkt im weltgrößten Netzwerk auch Karten kaufen könnten, sondern auch Apothekennotdienste oder öffentliche Veranstaltungen wie Sportfeste oder Kirchentreffen aus dem Kreis Pforzheim. „Unser Ziel ist es, mit diesem Angebot zum ersten Anlaufpunkt für Jung und Alt zu werden, wenn die Frage ansteht – wohin gehen wir?“, umschrieb Werner Flachs, IT-Leiter der Zeitung das Konzept. Gespeist werde die Applikation, die in der nächsten Ausbaustufe auch eine eigene Website erhalten soll – aus einer zentralen Veranstaltungsdatenbank des Verlags. Bereits jetzt habe sich das Projekt für die Zeitung nicht nur monetär, sondern vor allem imagetechnisch gelohnt. „Denn jetzt kommen Zielgruppen mit unserer Marke in Kontakt, die wir vorher kaum erreicht haben“, so Fuchs weiter.

Der Moderator vor Ort


Das Ziel der noch engeren Kunden- beziehungsweise Leseransprache haben sich auch Armin Maus und sein Team von der „Braunschweiger Zeitung“ auf die Fahne geschrieben. „Unser Blatt soll kein reiner Nachrichtenvermelder sein, sondern Begleiter und Moderator des täglichen Lebens“, fasste er Chefredakteur seine „Mission“ zusammen. Dafür wurden die Facebook-Aktivitäten deutlich ausgebaut, regelmäßige Leserforen zu aktuellen politischen oder wirtschaftlichen Themen veranstaltet und eine umfangreiche Kommentarfunktion beim Website-Relaunch im Frühjahr dieses Jahres eingebaut. Und das alles mit Erfolg: Seit Februar habe es 140.000 Leserkommentare auf den Websites gegeben, die User begleiteten die Geschichten in den sozialen Netzwerken aktiv und träten regelmäßig mit konkreten Recherchewünschen an die Redaktion heran: Im Zug der kürzlichen Strompreiserhöhungen sei die Frage eingereicht worden, welche Posten sich auf einer Stromrechnung fänden. „Gute Frage – aus der wir zwei Doppelseiten in Print gemacht haben und viel Gesprächsstoff auf allen Plattformen hatten“, freute sich Maus, der die Teilnehmer motivierte: „Gehen sie raus und nehmen sie den Dialog auf, es lohnt sich.“ Eine Haltung, die sich durch alle Vorträge und Gespräche der dritten BDZV/ZV-Social-Media-Konferenz zog.

Ort: Berlin

zurück