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30. Juli 1997 | Digitales

Sechs Millionen Deutsche mit Online-Interesse

Lange Wartezeiten sind häufigster Kritikpunkt

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat die Ergebnisse der Allensbacher Computer- und Telekommunikationsanalyse '97 (ACTA) vorgestellt. In der Studie wurde bei 16 Prozent der 14- bis 54jährigen Deutschen, das sind gut sechs Millionen Menschen ein konkretes Online-Interesse ermittelt. Dieser Wert liegt deutlich unter dem immer wieder zitierten optimistischen Nutzerpotential von neun Millionen.

In der Allensbach-Untersuchung wurde auch das weiteste Nutzerpotential ermittelt, in dem abgefragt wurde, wer ein generelles Interesse an Online-Diensten und Internet habe, unabhängig von den realen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Das hierbei ermittelte Riesenpotential von fast 20 Millionen reduzierte sich bei der härteren Fragestellung nach Online-Nutzung und geplanter Online-Nutzung auf sechs Millionen. Entsprechend den Untersuchungsergebnissen konnten folgende Klassifizierungen vorgenommen werden:

  • Die aktive Kernzielgruppe von Online-Medien umfaßt 2,48 Millionen besonders interessierte Nutzer und 1,23 Millionen mäßig interessierte Nutzer. Diese Gruppierung setzt sich zu drei Vierteln aus Männern zusammen und zeichnet sich durch ein hohes Bildungsniveau und gehobenen bis hohen Sozialstatus aus. Ein Viertel der aktiven Online-Zielgruppe ist in leitenden / freien Positionen beschäftigt, der Altersschwerpunkt liegt im Bereich 20 bis 39 Jahre.

  • Das interessierte Planerpotential umfaßt 2,28 Millionen Menschen, die zukünftig die Nutzung von Online-Medien beabsichtigen. Auch diese Gruppierung hebt sich in ihren Merkmalen deutlich vom Bevölkerungsquerschnitt ab. Das Profil ähnelt dem der aktiven Kernzielgruppe. Gegenüber der aktiven Zielgruppe verringert sich der Männer-Anteil jedoch auf circa zwei Drittel. Der Altersschwerpunkt dieser Zielgruppe liegt weniger im Bereich der 20- bis 29jährigen (29 Prozent), statt dessen sind in dieser Gruppierung im Verhältnis mehr 14- bis 19jährige (17 Prozent) und zahlreiche noch in Ausbildung befindliche Personen vertreten. Insgesamt setzt sich das Planerpotential aus mehr Menschen mit mittlerem Bildungsabschluß und sozialem Status der breiten Mittelschicht zusammen.

  • Das motivierbare Fernpotential umfaßt 2,17 Millionen Personen, die von sich sagen, daß sie besonders an Online-Medien / Internet interessiert seien, sich aber eine Nutzung dieser Medien noch nicht vorstellen können. Die soziodemographische Struktur dieser Gruppierung ist vor allem durch den hohen Männer-Anteil (69 Prozent) und den überdurchschnittlichen Prozentsatz an unter 20jährigen (25 Prozent) und Auszubildenden (31 Prozent) gekennzeichnet.

  • Die Unkalkulierbaren sind zwar grundsätzlich an Online/Internet interessiert, halten aber einen eigenen Anschluß für unwahrscheinlich oder sind grundsätzlich in jeder Hinsicht unentschieden. Diese Gruppierung umfaßt 12,22 Millionen, das sind rund 30 Prozent der 14 bis 54jährigen, die sich in ihrer soziodemographischen Struktur kaum von der Gesamtbevölkerung unterscheiden.

  • Zahlenmäßig stärker ist das Nicht-Potential, das rund 50 Prozent der 14- bis 54jährigen (19,71 Millionen) umfaßt. Diese Menschen, die mit größter Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht für eine Online-Nutzung gewonnen werden können, setzen sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zu einem höheren Anteil (58 Prozent) aus Frauen zusammen. Das Nicht-Potential ist durchschnittlich weniger gebildet (50 Prozent Volks- beziehungsweise Hauptschüler) und sozial schwächer.

Die Art der Online-Nutzung wird überwiegend durch die Nutzung für private Zwecke bestimmt. Vor allem in der Kernzielgruppe ist der private Nutzungszweck mit einem Anteil von 83 Prozent dominierend. Sowohl bei privater als auch bei beruflicher Nutzung steht der Austausch von Informationen via e-mail und Informationsbeschaffung durch Zugriff auf Datenbanken im Vordergrund. Berufliche Nutzer orientieren sich jedoch an zielgerichteter und effizienter Kommunikation und Informationssuche, während private Nutzer oftmals nur zum Vergnügen "surfen", um sich im Umfeld ihrer speziellen Hobbys zu informieren.

Interessant für die Online-Anbieter ist die Zufriedenheit der Nutzer mit den Online-Medien. 36 Prozent aller aktiven Nutzer sind nicht zufrieden mit dem Angebot oder unentschieden. Noch wesentlich gravierender sind die Mängel der Technik. So klagt etwa jeder zweite Nutzer über lange Wartezeiten beim Seitenaufbau. Über die Hälfte der Nutzer hat noch keine Internet-Routine und beklagt sich über Probleme bei der Informationssuche. Lediglich ein Prozent der Befragten ist rundum zufrieden mit dem Angebot, dem Seitenaufbau und der Suche im Internet.

Die Studie kann für 2425 Mark vom Institut für Demoskopie in Allensbach (Telefon: 07533/8050) bezogen werden.

Quelle: Ortrun Venth, G+J Marketingforschung und -Service, Online-Internet Potentiale und Zielgruppen auf Basis der ACTA 1997.

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