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24. Juni 2002 | Digitales

Schnäppchenjagd für Konsumenten und Kunden: Neue Ideen im Anzeigenverkauf

US-Zeitungen testen „Personal Shopper“ für Einzelhandelsanzeigen und Beilagen – Mehrwertkonzepte für Rubrikenmärkte in Deutschland

Rubrikenmärkte zählen zu den zugriffsstärk-sten Seiten von Online-Zeitungsangeboten. Wie die Verlage daraus noch besser Kapital schlagen können, diese Frage stand in Berlin im Mittelpunkt eines eigenen Themenblocks. Paul Wolfe von der US-Firma „AdExpedia“ gab Einblick in das im November 2001 in San Francisco gestartete Angebot „Personal Shopper“ von Sfgate.com, das Einzelhandelsanzeigen, Verlagssonderveröffentlichungen und Beilagen aus der Zeitung online-gerecht suchbar macht. Den neuesten Entwicklungen in den klassischen Rubrikenmärkten in Deutschland war eine eigene Diskussionsrunde gewidmet. Betont wurden hier der Wert der regionalen Märkte, die Notwendigkeit von Crossmedia-Angeboten und die Anreicherung von Printanzeigen um internetspezifische Elemente.

Bei "Personal Shopper" können Nutzer den Anzeigenteil der Zeitung bis hin zur Modellnummer eines gewünschten Artikels durchsuchen, die Suche auf einen bevorzugten Einkaufsradius beschränken und sich benachrichtigen lassen, wenn es Sonderangebote zu bestimmten Artikeln gibt. Suchbar sind Anzeigen, Beilagen und Verlagssonderveröffentlichungen nach Volltext, Kategorien oder Inserenten. Für interessante Anzeigen gibt es eine Warenkorbfunktion. Die Zeitungen können anhand des Userverhaltens sehen, welche Artikel besonders nachgefragt werden.

"Online ist für sich genommen ein lokales Massenmedium"

Bezahlen muss diesen Service nach den Vorstellungen von AdExpedia der Anzeigenkunde. Dazu Paul Wolfe, Vice President Newspaper Sales: "Online ist für sich genommen ein lokales Massenmedium, das durchaus mit dem Radio konkurrieren kann. Die Online-Präsenz verschafft den Händlern zusätzliche Reichweite und ein jüngeres Publikum. Zusammen mit der Zeitung ergibt das eine mächtige Kombination. Wichtig ist, die Anzeigenverkäufer der Zeitung zu schulen, damit sie das Produkt verkaufen können."

AdExpedia hatte sich ursprünglich auf die Online-Präsentation von Prospekten und Werbebeilagen von großen Einzelhandelsketten spezialisiert, die bis zu 200 lokalisierte Versionen ihrer Prospekte online bringen wollten. "Personal Shopper" wurde gemeinsam mit "SFgate.com" entwickelt. Inzwischen sind vergleichbare Angebote für andere Zeitungen online ("Dallas Morning News", "Houston Chronicle", Knight Ridder Gruppe in Vorbereitung).

Die Präsentation der Zeitungsanzeigen und Beilagen bietet AdExpedia Zeitungen ausschließlich als Dienstleistung an (ASP-Solution). Die Software ist nicht käuflich erwerbbar. Außer einer nicht allzu hohen Setup-Gebühr wird ausschließlich per Anzeige oder per Beilagenseite bezahlt. Die Kosten für Hosting und Traffic sind in dem Betrag enthalten. In der derzeitig verfügbaren Version ist das Layout des Dienstes nur begrenzt anpassbar. Bis Ende des Jahres soll laut Wolfe eine flexiblere datenbankbasierte Lösung verfügbar sein, die auch voll in bestehende Rubrikenmärkte integriert werden könne.

"Ein cross-medial aufgestellter Verlag wird nichts verlieren"

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Harald Ritter moderiert wurde, prallten die Vorstellungen diametral aufeinander. Während die Verlage im regionalen Online-Geschäft und in Cross-Promotion gute Erfolgschancen sahen, werden die Märkte nach Auffassung der reinen Online-Anbieter völlig neu verteilt. Einig waren sich die Diskutanten in ihrer Auffassung, dass die reine Präsentation von Printanzeigen online ohne zusätzlichen Mehrwert keine Chancen auf dauerhaften Erfolg hat.

Jürgen Reimers, Vorstand der Versum.de AG, setzte auf die Verbindung beider Welten: "Ein cross-medial aufgestellter Verlag wird nichts verlieren. Allerdings muss man den Kunden wie zum Beispiel Maklern oder Kfz-Händlern wirkliche Angebote machen und ihnen die entsprechenden Schnittstellen liefern. Sonst ist aufgrund der besseren Suchmöglichkeiten mit einer Migration der Märkte ins Internet zu rechnen." André Sonst, Geschäftsführer der sueddeutsche.de GmbH, sieht gerade beim Stellenmarkt große Chancen für Verlage: "Das Internet wird für akute Suche genutzt. Die Zeitung erreicht auch die latenten Jobsucher."

Sönke Reimers vom Axel Springer Verlag sieht noch keine akute Gefahr: "Geschäfte im Kfz- und Stellenmarkt werden heute zu fünf Prozent online getätigt, Immobilien zu 0,5 Prozent. Noch ist kein Markt für die Tageszeitung verloren." Bei Springer setze man auf die Verknüpfung von Print- und Online-Anzeigen, wie sie derzeit erfolgreich bei der "Berliner Morgenpost" praktiziert werde. Langfristig würden die Regionalmarken, also die Tageszeitungen, siegen, da die Mobilitätsbereitschaft der Menschen gering sei und kaum über einen Radius von 200 Kilometern hinausgehe. Gunther Batzke, Geschäftsführer der Monster.de GmbH & Co. KG in Wiesbaden, sieht dies ganz anders: "Der Jobmarkt ist klar überregional. Und die Leute fahren ganz erstaunlich weit für bestimmte Fahrzeuge."

Hohe Zugriffe auf Kleinanzeigen der Zeitungsverlage

Für Ulrich Eymann, Verleger des "Main Echo" in Aschaffenburg, können Print-Online-Kombiangebote dazu eingesetzt werden, bestehende Kundenbeziehungen auszubauen. Sehr positiv habe sich die ursprünglich als "Frankenpool" gegründete Rubrikanzeigenkooperation der bayerischen Tageszeitungsverlage (20 Mitglieder) auf die Zugriffszahlen ausgewirkt: "Bei den PageImpressions war eine Steigerung mit wachsender Masse spürbar. Ein Drittel bis die Hälfte der Zugriffe auf die Verlags-Online-Auftritte entfallen mittlerweile auf die Kleinanzeigen."

Christian Mangstl, CEO der Scout24 AG in München, sieht sein Unternehmen fest im Sattel. Er berichtete über die Abrundung der Geschäftstätigkeit durch das neue Reiseportal "Travel24.de", das in Kooperation mit Travelchannel betrieben werde.

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