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21. September 2006 | Allgemeines

Schleichwerbung und Persönlichkeitsverletzungen

Presserat spricht acht öffentliche Rügen aus

Die beiden Beschwerdeausschüsse des Deutschen Presserats haben bei ihren Sitzungen am 12. und 14. September 2006 in Bonn acht öffentliche Rügen gegen Zeitungen und Zeitschriften wegen Schleichwerbung, Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Diskriminierung ausgesprochen.

So wurde der „Tagesspiegel“ (Berlin) wegen Verletzung des Trennungsgebots kritisiert. Die Zeitung hatte in einem Artikel über die Gestal­tungsmöglichkeiten von Wandschränken einen „Berater und Verkäufer in einem Berliner Fachge­schäft“ zu Wort kommen lassen. Am Ende des Artikels wurde ein Hinweis auf eine Internetad­resse zum Thema Schiebetüren veröffentlicht, die zu dem Geschäft des interviewten Verkäufers führte, der wiederum in Wirklichkeit der Ladenin­haber war. Dieser Hinweis ist nach Auffassung des Ausschusses Schleichwerbung und verstößt gegen Ziffer 7 des Presskodex. Rügen wegen eines Verstoßes gegen das Trennungsgebot gingen auch an die Zeitschrift „TV Spielfilm“ und den „Mainzer Tagesanzeiger“.

Vier Rügen wegen Persönlichkeitsrechtsverlet­zungen wurden gegenüber der „Bild“, der „Frei­zeitrevue“, der „Neuen Presse“ (Hannover) und der Stuttgarter „Bild“-Ausgabe ausgesprochen. Kritisiert wurde unter anderem die Veröffentli­chung der Fotos eines zehnjährigen Jungen, der im April bei einem Terroranschlag in Ägypten getötet worden war. Der Abdruck geschah ohne Einwilligung der Eltern, sodass das Persönlich­keitsrecht des Kindes verletzt wurde, ein schwer­wiegender Verstoß gegen Ziffer 8 des Presseko­dex, wonach „die Presse das Privatleben und die Intimsphäre des Menschen achtet“.

Wegen Diskriminierung wurde die „Bild“ (Berlin) gerügt, da sie bei der Berichterstattung über den Mord eines Friedhofsgärtners den beiden Tatver­dächtigen fiktive türkische Namen gegeben habe. Hierin sah der Beschwerdeausschuss einen Ver­stoß gegen Ziffer 12 des Pressekodex, wonach niemand wegen seines Geschlechts, einer Be­hinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer rassistischen, ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden darf. Insgesamt behandelten die Beschwerdeaus­schüsse 73 Beschwerden. Neben den acht öf­fentlichen Rügen wurden 16 Missbilligungen und 16 Hinweise ausgesprochen; 28 Beschwerden wurden als unbegründet abgewiesen. Kontakt: Deutscher Presserat, Ella Wassink, Telefon 0228/985720.

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