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06. Mai 2010 | Pressemitteilungen

Scharfe Kritik der Zeitungsverleger am öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Helmut Heinen einstimmig als BDZV-Präsident wiedergewählt

Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, ist heute in Brüssel von der Delegiertenversammlung der Verlegerorganisation einstimmig im Amt bestätigt worden. Heinen ist Herausgeber der „Kölnischen/Bonner Rundschau“ und Mitgesellschafter der Berliner Verlag GmbH. Er steht seit dem Jahr 2000 an der Spitze des Verlegerverbands, zuvor war er zehn Jahre lang Vizepräsident.

Helmut Heinen IIHeinen betonte anlässlich seiner Wahl, dass die Zeitungsverlage vor der großen Herausforderung stünden, sich zu Medienhäusern mit einem breiten Portfolio an ausdifferenzierten Produkten zu entwickeln. Dies erfordere neben Ideen und Innovationsbereitschaft erhebliche Investitionen sowie die passenden Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang kritisierte der BDZV-Präsident die anhaltende Ausweitung der digitalen Textangebote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der bisherige Verlauf des seinerzeit in Brüssel von der EU-Politik initiierten Drei-Stufen-Tests sei enttäuschend, so Heinen. Es könne nicht Sinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein, dass ein Teil der acht Milliarden Euro an Rundfunkgebühren dazu eingesetzt werde, den Zeitungsverlagen den Weg in die digitale Medienzukunft zu verbauen.

Heinen führte weiter aus, dass die Interessen der Zeitungen beim Ausbau der digitalen Wirtschaft auf europäischer Ebene (Stichwort: Digital Agenda) von Brüssel zu wenig berücksichtigt worden seien. Zugleich appellierte er an die EU-Gremien, keine weiteren Werberestriktionen zu beschließen. Mit Verboten und Regulierungen würden die Verbraucher bevormundet und den Zeitungen ein substanzieller Bestandteil ihrer Umsätze entzogen. Heinen wörtlich: „Werbefreiheit ist auch Bestandteil der Meinungs- und Pressefreiheit.“

Als Vizepräsidenten in ihrem Amt bestätigt wurden Dr. Wolfgang Pütz, Verleger des „Remscheider General-Anzeigers“; Dr. Richard Rebmann, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding GmbH, Stuttgart; Rudolf Knepper, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Technik und Logistik der Axel Springer AG, Berlin/Hamburg; sowie Hans Georg Schnücker, Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Rhein Main, Mainz und Vorsitzender des Aufsichtrats der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft in Frankfurt am Main.

Kooptiertes Mitglied des Präsidiums ist weiterhin der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses beim BDZV, Werner Hundhausen, „General-Anzeiger“ Bonn.

Als Ehrenmitglieder gehören dem Präsidium an: Professor Alfred Neven DuMont, Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“, „Mitteldeutscher Zeitung“ und „Frankfurter Rundschau“ sowie Mitgesellschafter der Berliner Verlag GmbH; Rolf Terheyden, Altverleger des „Bocholter Borkener Volksblatts“; Eberhard Ebner, Verleger der „Südwest Presse“ in Ulm, sowie Wilhelm Sandmann, früherer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover.

Ort: Brüssel

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