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28. März 2006 | Allgemeines

Saubere und sorgfältige Berichterstattung

Presserat stellt Leitlinien zur Börsenberichterstattung vor

Die journalistischen Verhaltensgrundsätze zur Finanzmarktberichterstattung seien ein wichtiger Beitrag zur Sicherung einer hochwertigen Information des Anlegerpublikums. Das erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium der Finanzen, Barbara Hendricks, anlässlich der Präsentation der neuen Leitlinien zur Börsenberichterstattung durch den Deutschen Presserat am 24. März 2006. Mit der Verabschiedung der Verhaltensgrundsätze würden zugleich die Anforderungen der EU-Marktmissbrauchsrichtlinie im Rahmen der Finanzmarktberichterstattung umgesetzt, bestätigte Hendricks. Man setze hierbei primär auf die journalistische Selbstkontrolle und nicht auf staatliche Eingriffe.

Als „wichtiges Signal“ der Presse würdigte auch der Sprecher des Deutschen Presserats, Fried von Bismarck, die Leitlinien. Die durch das Grundgesetz garantierte Pressefreiheit sei von der Branche im Rahmen des Gesetzgebungs­verfahrens eingefordert worden; nun nehme die Presse die damit verbundene Verantwortung wahr. „Saubere und sorgfältige Berichterstattung“ sei dabei oberstes Ziel. Die strikte Trennung zwi­schen publizistischer Tätigkeit und persönlichen Interessen der Journalisten sei von jeher Be­standteil der pressethischen Regeln nach dem Pressekodex, versicherte von Bismarck. Dieser Grundsatz erstrecke sich nun auch ausdrücklich auf den Bereich der Finanzmarktberichterstat­tung. Es verstehe sich von selbst, „dass dies Marktmanipulationen oder persönliche Vorteils­nahmen von Journalisten oder Verlegern aus­schließt“.

Die neuen Regeln des Pressekodex legen fest, dass Finanzinformationen vor ihrer Veröffentli­chung ausschließlich für publizistische Zwecke verwendet und nicht zum persönlichen Vorteil genutzt werden dürfen. Ebenso wenig vertretbar sind gezielte Veröffentlichungen über Aktien, um sich persönlich zu bereichern. So sollen mindes­tens in einem Zweiwochenzeitraum vor und nach einer Veröffentlichung Geschäfte mit den betref­fenden Aktien unterbleiben. Damit sollen Interes­sen­konflikte der berichtenden Journalisten so weit wie möglich ausgeschlossen werden. Darauf sei, fordert der Presserat, auch durch die Pressever­lage selbst mit Hilfe organisatorischer Maßnah­men hinzuwirken. „Sollten dennoch Interessen­konflikte aufkommen, ist eine entsprechende Offenlegung geboten.“ Eine besondere Handrei­chung sind neben der neuen Richtlinie 7.4 im Pressekodex (siehe auch „BDZV Intern“ Nr. 7/2006) die ergän­zenden Verhaltensgrundsätze und Empfehlun­gen, die der Presserat am 2. März 2006 verab­schiedet hat.

„Aus Sicht der Journalisten war wichtig, dass die tägliche Arbeit der Wirtschaftsmedien und Wirtschaftsredaktionen nicht erschwert wird. Für die meisten Journalisten, die ständig über Unter­nehmen und Märkte berichten, gelten bereits hausinterne, meist auch arbeitsrechtlich verbindli­che Vorschriften, die den jetzt verabschiedeten Leitlinien entsprechen oder durch kleine Ergän­zungen kompatibel gemacht werden können“, erläutert Peter Ehrlich, Chefkorrespondent der „Financial Times Deutschland“ (Hamburg), der an der Erarbeitung der Regeln im Rahmen einer Expertenrunde mitgewirkt hatte. Die neuen Leitli­nien gäben zugleich all den Journalisten und Re­daktionen Orientierung, die sich nur selten mit marktrelevanten Themen befassen.

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