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21. November 1997 | Namen und Nachrichten

Rügen des Presserates

Der Beschwerdeausschuß des Deutschen Presserates hat am 18. November in Bonn zwei öffentliche Rügen gegen die "Junge Welt" und die Zeitschrift "Coupé" ausgesprochen. Die "Bild"-Zeitung erhielt drei öffentliche Rügen.

Die "Junge Welt" hatte unter der Überschrift "Das Who's who peinlicher Personen" über die Gesellschaft für bedrohte Völker und deren Vorsitzenden berichtet. In dem Beitrag hieß es, daß der Vorsitzende des Vereins den "Deutschen ein Versagen in Genozid-Dingen" zugeschrieben habe. Dies gab der Redaktion Anlaß zu der Frage "Aber wie die Genozid-Dinge so liegen, ist es da nicht etwa übermotiviert, 'deutsches Versagen' anzuprangern, bloß weil ein paar Juden davon gekommen sind?" Nach Ansicht des Ausschusses stellt diese Äußerung der Zeitung eine Verletzung der Menschenwürde der Opfer des Holocaust dar.

 

Die Zeitschrift "Coupé" erhielt eine Rüge für den Beitrag unter der Überschrift "Deine getunte Angeber-Karre ziehe ich aus dem Verkehr...!", in dem über die negativen Erlebnisse junger Leute bei der Kfz-Untersuchung beim TÜV berichtet wurde. Der Ausschuß erkannte in dem in diesem Zusammenhang veröffentlichten Zitat eines Sozialforschers, TÜV-Prüfer seien oft in anderen Berufen gescheitert, eine unbewiesene Tatsachenbehauptung im Sinne der Ziffer 2 Pressekodex.

 

Die "Bild"-Zeitung erhielt eine Rüge für die Veröffentlichung des Fotos der blutüberströmten Leiche eines Weingutbesitzer, der Selbstmord begangen hatte.

 

Die "Bild"-Zeitung hatte außerdem einen Beitrag über den Freispruch eines Paares, das aufgrund des Verdachtes, im Internet Kinder zur Sexfolter angeboten zu haben, veröffentlicht. In dem Satz "Hängt die Sau", der ein Zitat eines aufgebrachten Prozeßbeobachters war, als solches jedoch nicht gekennzeichnet wurde, sah der Ausschuß einen Aufruf zur Gewalt und eine Verletzung der Menschenwürde.

 

Ebenfalls gerügt wurde die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung über die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen einer Justizvollzugsanstalt wegen des Verdachts auf sexuellen Mißbrauch von Gefangenen. Nach Meinung des Ausschusses enthalten die Artikel präjudizierende Passagen im Sinne der Ziffer 13 Pressekodex. Zudem liegt ein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen vor, da sie durch Angaben zu ihrer Person identifizierbar wurden. Von insgesamt 30 behandelten Beschwerden wurden zwölf für begründet und 18 für unbegründet erklärt. Es ergingen fünf öffentliche Rügen und sechs Hinweise.

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