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18. Oktober 2004 | Digitales

Rubrikengeschäft Bayerische Verlage mit gemeinsamer Immobilien-Plattform

Axel Springer beteiligt sich an Stepstone / BDZV und ZMG mit erfolgreichem Kfz-Infotag / BDZV-Studie zu Rubrikenmärkten

Sieben regionale Tageszeitungen in Bayern haben sich zu einer Online-Plattform zusammengeschlossen, um eine nahezu flächendeckende Suche nach Immobilien im süddeutschen Raum anzubieten. Dazu zählen die „Augsburger Allgemeine“, die „Allgäuer Zeitung“, „Der neue Tag“, das „Main-Echo“, die „Nürnberger Nachrichten/Nürnberger Zeitung“, der „Nordbayerische Kurier“ sowie das „Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung“. Die „Mittelbayerische Zeitung“ sowie die „Abendzeitung“ werden dem Pool noch in diesem Jahr beitreten.

Die Verlage nutzen gemeinsam eine Software der Firma Wohnfinder AG, die die Einbindung von Fotos und Grundrissen sowie die Anbindung an Makler-Software ermöglicht. Die Verlage tauschen ihre Daten aus, eine gemeinsame Marke gibt es nicht. Die Preisgestaltung und Vermarktung obliegt jedem einzelnen Verlag. So bieten manche Häuser auch reine Online-Anzeigen an, andere nicht. In Zukunft soll die Kooperation auf sechs Verlage aus Baden-Württemberg sowie die „Süddeutsche Zeitung“ ausgedehnt werden.

 

Wie wichtig es für regionale Zeitungsverlage ist, ihren Kunden auch konkurrenzfähige Online-Angebote – eventuell in Kooperation mit weiteren Verlagen – offerieren zu können, zeigt eine neue Studie des Immobilienmarktes in den USA vom September 2004. Das Marktforschungsunternehmen Borrell Associtates prognostiziert darin für die USA in den nächsten Jahren eine massive Verlagerung der Werbebudgets der Makler in das Internet. Oberflächlich sehe für die Zeitungen die Lage derzeit gut aus. Um sechs Prozent seien in diesem Jahr die Umsätze bei den Print-Immobilienmärkten gestiegen. Gleichwohl meinen die Autoren der Studie, dass dieses Wachstum vor dem Hintergrund des boomenden US-Immobilienmarktes mit seinen Rekordzahlen an verkauften Häusern gering sei und Anlass zur Sorge bestehe. Vor sieben Jahren hätten Makler und Baufirmen im Schnitt 755 Dollar an Zeitungswerbung pro verkauftem Haus oder Wohnung geschaltet. 2004 waren es nur noch 605 Dollar. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Online-Werbeausgaben von 14 Dollar auf 148 Dollar. Insgesamt gaben die Makler im Jahr 2004 11,5 Milliarden Dollar für Werbung aus. 1,3 Milliarden Dollar (11,2 Prozent) davon flossen ins Internet.

 

Die Untersuchung weist auch darauf hin, dass die Online-Börsen - anders als die traditionellen Medien - ihre Geschäftsmodelle sehr viel stärker auf erfolgsabhängigen Modellen (mit Zahlung pro hergestelltem Kundenkontakt) aufbauen. Die Autoren prognostizieren, dass, sobald sich der boomende Immobilienmarkt in den USA merklich abkühlt, die Makler ihre Werbebudgets umschichten werden. Dabei werde vor allem das Internet als gut messbares und effizientes Medium gewinnen.

 

Axel Springer beteiligt sich an StepStone

 

Auch im Bereich der Online-Jobbörsen hat sich ein Verlag neu aufgestellt: Die Axel Springer AG beteiligt sich mit 49,9 Prozent an der StepStone Deutschland AG, einer Tochtergesellschaft der norwegischen StepStone ASA. Damit gehen die Axel Springer AG und die Online-Stellenbörse StepStone eine „strategische Allianz bei der Vermarktung von Stellenanzeigen ein“, wie das Unternehmen mitteilte. Ziel sei es, durch die Kombination von Print- und Online-Stellenanzeigen die Position im Stellenmarkt zu stärken. Die Axel Springer AG ist bereits mit Immonet, bei den Immobilienportalen und Autobild.de bei den Gebrauchtwagenbörsen im crossmedialen Rubrikengeschäft aktiv. „Nach den Erfolgen mit Immonet und Autobild.de bedeutet die Beteiligung an StepStone eine entscheidende strategische Ergänzung unseres Online-Rubrikengeschäfts in dem für Verlage bedeutenden Stellenmarkt“, teilte dazu Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, mit. Die Partnerschaft bringe den Kunden etliche Vorteile: noch größere Reichweiten, ein wachsendes Leistungsspektrum und neue crossmediale Angebote. Grundlage der Partnerschaft ist eine gemeinsame Datenbank für Print- und Online-Stellenanzeigen. So sind ab sofort sämtliche Stellenangebote von StepStone auch unter www.welt.de und umgekehrt die Anzeigen von „Die Welt“ auch auf den Internetseiten von StepStone www.stepstone.de zu finden. Die Online-Auftritte der Zeitungen „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ sind bereits mit dem von StepStone verknüpft. Eine Datenbankverknüpfung soll kurzfristig folgen. Beide Partner erklärten, ihre Stellenanzeigen künftig gemeinsam zu vermarkten. Die Beteiligung an der StepStone Deutschland AG steht unter Kartellvorbehalt. Kontakt: Axel Springer AG, Oliver Santen, Telefon 030/2591-77620, E-Mail oliver.santen@axelspringer.de.

BDZV/ZMG-Infotag: Händler fordern aktivere Vermarktung

 

Dass mit aktiver Vermarktung für die Zeitungsverlage sowohl in Print als auch in Online Marktanteile zurückgewonnen werden können, darüber waren sich sowohl Händler- als auch Verlagsseite im Rahmen des Infotags „Kfz-Anzeigen – Ein Markt im Umbruch“ von BDZV und ZMG einig. Gleichwohl müssen sich die Zeitungshäuser auf veränderte Werbestrategien bei den Händlern einstellen. So schaltet Stephan Coenen, Geschäftsführer der Coenen Autogruppe in Mönchengladbach, keine Fließtextanzeige für einzelne Wagen mehr. Diese würden in diversen Autobörsen und auf der eigenen Homepage ausführlich dargestellt. In der Zeitung finde viel stärker Imagewerbung für das Unternehmen statt (wobei dabei einzelne Wagen oder Modelle durchaus integriert sein können). Für ihn als Händler der Oberklasse würden regionale oder lokale Kfz-Börsen weniger Sinn machen. Ab einer bestimmten Preisklasse sei das Online-Gebrauchtwagengeschäft national beziehungsweise sogar international.

 

Eine Veränderung der Marketing-Kommunikation des Automobilhandels hatte auch schon Professor Dr. Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen festgestellt: Vor dem Hintergrund der seit fünf Jahren andauernden Krise im Neu- und Gebrauchtwagenmarkt geraten immer mehr Kfz-Händler unter Druck. So werden für das Jahr 2005 rund 1.500 Insolvenzen im Kraftfahrzeuggewerbe erwartet. Durch den Konsolidierungsprozess werden Händlergruppen, auf die im Volumenmarkt bereits heute rund 40 Prozent des Absatzes entfallen, deutlich zunehmen. Diese positionieren sich immer mehr als „Mobility Provider“ denn als reines Autohaus. Geschäftsfelder wie Zubehör, Service, Vermietung, Fuhrpark-Management, Finanzierung, Leasing und Versicherung nähmen neben dem Neu- und Gebrauchtwagenverkauf eine immer größere Rolle ein und müssten in der Werbung entsprechend kommuniziert werden, erläuterte Diez. Gerade im Bereich der Servicewerbung sieht Diez Chancen für die regionalen Tageszeitungen. Denn immerhin zwei Drittel des Deckungsbeitrages kommen bei einem durchschnittlichen Autohaus aus dem Service- und Ersatzteilgeschäft. Zudem ist es weniger konjunkturanfällig als der Verkauf, was gerade in Krisenzeiten wichtig ist.

 

„Rhein-Zeitung“ erfolgreich mit RZ Auto

 

Einen Erfahrungsbericht über die Einführung einer regionalen Online-Gebrauchtwagenbörse gaben Rudolf Speich und Joachim Türk von der „Rhein-Zeitung“ in Koblenz. Nachdem die Auto-Rubrik in der Zeitung im ersten Quartal 2002 aus nur noch drei Seiten mit hauptsächlich gewerblichen Randanzeigen bestand, lud die „Rhein-Zeitung“ führende Autohändler der Region zu intensiven Gesprächen ein. Dabei wünschten sich die Händler einen bezahlbaren Internet-Auftritt für die Region, ein klareres Seitenlayout für die Zeitung sowie redaktionelle Inhalte neben den Kfz-Anzeigen. Diese Anforderungen wurden umgesetzt, wobei die strategische Entscheidung getroffen wurde, keine reinen Online-Anzeigen zuzulassen. Es wurde eine Datenbank entwickelt, mit der der Kfz-Händler seine Bestände bequem pflegen kann und sie nicht nur in die RZ Auto-Datenbank, sondern auch in andere Online-Autobörsen einstellen kann. Bereits zum Start von RZ Auto – so der neue Name nicht nur der Online-Börse, sondern auch des Kfz-Teils in der Zeitung – nahmen bereits 55 Händler mit rund 3.000 Fahrzeugen teil. Inzwischen umfasst der leserfreundlicher layoutete und mit redaktionellen Inhalten angereicherte Autoteil im Schnitt acht Seiten. Der Anteil der gewerblichen Fließsatzanzeigen befindet sich wieder auf dem Niveau von 2001. Entgegen der Händlerwünsche sind ab Oktober 2004 auch private Autoanzeigen online möglich.

 

„Main-Echo“ mit regionalem Kfz-Portal

 

In einer abschließenden Podiumsdiskussion berichteten mehrere Verlagsmanager von ihren Erfahrungen mit Online-Autoanzeigen. So berichtete Eric Dauphin über das gerade online gegangene regionale Portal für Kfz-Händler und Privatkunden im Verbreitungsgebiet des „Main-Echos“ in Aschaffenburg: Abonnenten können ab sofort über eine Online-Buchungsmaske ihre in der Tageszeitung oder dem Verbrauchermagazin „top shop“ geschaltete Anzeige mit bis zu fünf Bildern im Internet aufwerten. Zusätzlich erhalten die Abonnenten einen Preisnachlass von rund 20 Prozent bei der Buchung der Anzeigen über das Portal. Reine Online-Buchungen gibt es für Privatkunden nicht, sie können ihre Anzeigen nur in Verbindung mit einer gedruckten Annonce schalten. Die angeschlossenen Händler stellen ihren Fahrzeugbestand automatisch mit ebenfalls bis zu fünf Fotos in Netz. Ab 69 Euro im Monat könnten Händler so den kompletten Fahrzeugbestand im regionalen Portal präsentieren, teilt dazu das „Main-Echo“ mit. Das Portal werde, wie erste Erfahrungen zeigten, bei Kunden und Anbietern „sehr gut angenommen“. Obendrein würden verstärkt private Anzeigen gebucht, die dank des „Upselling“-Tools des Verlags größer und wertiger ausgestattet würden.

 

Melanie von Hehl von der „Rheinischen Post“ äußerte sich zufrieden über die Kooperation mit AutoScout24.de. AutoScout bietet jedem Inserenten an, das Fahrzeug auch in Zeitungen aus der Region des Inserenten zu schalten. Dabei generiert AutoScout aus den Fahrzeugdaten automatisch einen Textvorschlag, der vom Nutzer editiert werden kann. Der Kunde bezahlt die Anzeige mit den Online-Zahlungssystemen Firstgate oder T-Pay. Der Anzeigenauftrag wird automatisch an den Verlag gemailt. Die „Rheinische Post“ generiert laut von Hehl damit derzeit rund 250 zusätzliche Aufträge pro Monat zu den normalen Anzeigentarifen, allerdings abzüglich einer Provision für AutoScout24. Neben der „Rheinischen Post“ kooperiert AutoScout auch mit der „Frankfurter Rundschau“, der „Süddeutschen Zeitung“, der „Stuttgarter Zeitung“ sowie seit neuestem auch mit der „Westdeutschen Zeitung“ und der „Rheinpfalz“.

 

Sehr zufrieden mit dem Zusammenspiel von Print und Online äußerte sich auch Klaus Abele, Geschäftsführer der ISA GmbH & Co. KG, der Online-Rubrikentochter der Verlagsgruppen Ippen, Georg von Holtzbrinck und WAZ. Das erst vor kurzem gestartete Kfz-Portal Autoanzeigen.de sei gut vom Markt angenommen worden und generiere für die angeschlossenen Verlage bereits ein deutliches Zusatzgeschäft. Allein in München würden so pro Monat über 1.000 Print-Anzeigen über Online zusätzlich akquiriert.

 

Autobild.de startet Rubrikenzeitschrift

 

Von Online zu Print will auch Autobild.de. Das Kfz-Portal der Axel Springer AG betreibt laut Ulf Kowitz, stellvertretender Leiter Marketing & Sales bei Autobild.de, eine der größten Kfz-Datenbanken im Netz. Nun wurde aus diesen Daten eine Zeitschrift für das Rubrikenschäft gestartet. Mitte September 2004 kam die erste Ausgabe von „Autobild.de-Automarkt“ zu einem Preis von einem Euro bei einer Druckauflage von über 200.000 Exemplaren in den Handel. Alle 14 Tage sollen in Zukunft auf über 150 Seiten über 5.000 Gebrauchwagenangebote – zum Großteil mit Fotos – erscheinen. Hinzu kommen Testberichte und ein großer Serviceteil. Autobild.de ist sowohl im Online-Bereich als auch bei der Vermarktung der Print-Ausgabe offen für Kooperationen mit regionalen Verlagen.

 

Autobild.de kooperiert mit Yahoo / Mobile.de mit Meinestadt.de

Um die Online-Reichweite von Autobild.de zu erhöhen, werden Kfz-Angebote sowie ausgewählte Artikel in Zukunft in das Portal Yahoo integriert. Auch eine andere große Online-Kfz-Börse hat einen neuen Kooperationspartner gewonnen: Mobile.de liefert in Zukunft Kfz-Anzeigen für das Regionalportal Meinestadt.de. Meinestadt.de ist mit monatlich rund 200 Millionen PageImpressions laut IVW eines der größten deutschen Internet-Angebote. Es bietet eine Fülle von Informationen und Links zu allen Städten und Gemeinden in Deutschland. Durch die Zusammenarbeit mit Mobile.de kann Meinestadt.de nun auch Neu- und Gebrauchtwagen aus den jeweiligen Regionen anbieten. Neben Kooperationen im Kfz-Bereich gab es bereits eine Zusammenarbeit im Immobilien-Bereich mit dem Immo-Portal Immowelt, an dem die Verlagsgruppen Georg von Holtzbrinck, WAZ und Ippen über die ISA GmbH & Co. KG beteiligt sind, sowie im Stellenmarkt mit der Bundesagentur für Arbeit.

 

BDZV-Studie zur weltweiten Lage in den Rubrikenmärkten

 

Einen internationalen Überblick über die Lage der Rubrikenmärkte gibt die neue BDZV-Studie „Rubrikenmärkte – Wachstumsmarkt im Wandel“ der Münchner Verlagsberaterin Katja Riefler. Was von den Stellen-, Immobilien- und Kraftfahrzeuganzeigen in die Zeitungen zurückkehren wird, weiß derzeit niemand, schreibt Riefler. Die Chancen der Verlage stehen jedoch alles andere als schlecht. Zeitungen sind starke Marken, die Print und Online kombinieren und crossmedial vermarkten können. In ihren Verbreitungsgebieten haben sie einen enormen Wettbewerbsvorteil; denn Rubrikanzeigen sind vor allem ein lokales Geschäft. Business as usual? Sicher nicht. Längst geht es nicht mehr darum, zur Fließtextanzeige in bisschen Online zusätzlich zu verkaufen. Vielmehr wollen die Kunden komfortable Online-Angebote, die durch Print noch veredelt werden. Doch welchen Weg muss der einzelne Zeitungsverlag gehen? Was ist die „richtige“ Internetstrategie? Führen Kooperation oder Alleingang oder gar beides zum Erfolg? Ist die lokale Marke der Schlüssel oder doch die nationale Dachmarke. Und wie reagieren Unternehmen in anderen Ländern auf die Herausforderung? Diese Fragen standen am Anfang der 80 Seiten starken Studie, die Riefler im Auftrag des BDZV durchgeführt hat. Die Autorin beschreibt, wie die Zeitungen sich international neu aufstellen, um das Rubrikengeschäft auch für die Zukunft zu sichern. Strategien, Projekte und Produkte werden vorgestellt. Dokumentiert werden Erfolgsgeschichten ebenso wie Flops. Patentrezepte liefert der Überblick freilich nicht. Vermittelt werden jedoch Zahlen, Daten und Fakten zu einem Thema, das in den Zeitungshäusern heute wie kaum ein anderes unter den Nägeln brennt.

 

Katja Riefler: Rubrikanzeigen – Wachstumsmarkt im Wandel. Ein internationaler Überblick, 80 Seiten, ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH, Berlin, 25 Euro. Zu beziehen über ZV GmbH, Telefon 030/726298-240. Ein Bestellzettel liegt dieser Ausgabe von „Informationen Multimedia“ bei. Internet: www.zv-online.de

 

Quelle: Pressemeldung der Interessengemeinschaft bayerischer Zeitungsverlage für ein gemeinsames Immobilienportal, 7.10.2004; Pressemeldung der Axel Springer AG, 14.9.2004; ibusiness.de, 22.9. und 4.10.2004

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