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22. Januar 2004 | Ausland

RoG-Untersuchung zum Beschuss des Hotels Palestine in Bagdad

Der Tod zweier Journalisten im April 2003 im Hotel Palestine in Bagdad war nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) die Konsequenz „katastrophaler Fahrlässigkeit“. Der Beschuss des Hotels durch einen amerikanischen Panzer am 3. April war demnach kein willentlicher Akt gegen Journalisten und Medien. Laut dem von RoG am 15. Januar 2004 in Berlin veröffentlichten Bericht trage das Hauptquartier der 3. Infanteriedivision der US-Armee die Hauptverantwortung. Die beiden Soldaten, die die Schüsse abgaben, trügen daher weniger Verantwortung am Tod der Kameramänner. Für den Bericht hatte Reporter ohne Grenzen Zeugenaussagen verantwortlicher Militärs, von im Hotel Anwesenden sowie von „eingebetteten“ Journalisten ausgewertet. Die Organisation forderte die amerikanische Armee auf, Antwort auf die Frage zu geben, wieso die Soldaten beim Vormarsch auf Bagdad nicht darüber informiert wurden, dass das Hotel als Medienzentrum diente. Dies sei den ranghöheren Militärs, nicht jedoch den Truppen vor Ort bekannt gewesen und sei somit die Ursache für den fatalen Zwischenfall, der den Ukrainer Taras Protsyuk und den Spanier José Couso das Leben kostete. Vor „vorschnellen Urteilen“ hatte Ende April 2003 schon der ARD-Korrespondent Christoph Maria Fröhder gewarnt, der unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Bagdad an einer Veranstaltung von BDZV und „Reporter ohne Grenzen“ zum Internationalen Tag der Pressefreiheit teilnahm. „Dazu müsste ja ein offizieller Befehl gegeben werden.“ Ähnlich hatte sich auch Aktham Suliman, Deutschland-Korrespondent des in Bagdad ebenfalls beschossenen arabischen Senders „Al Dschasira“ geäußert: „Ich hüte mich vor Schuldzuweisungen“, sagte Suliman damals. Denn es wäre doch eine „ungeheuerliche Geschichte, wenn eine reguläre Armee gezielt Journalisten beschießt“.

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