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08. Februar 2007 | Ausland

ROG: 2007 bereits zehn Medienvertreter getötet

Als „alarmierend“ hat die Menschenrechtsorga­nisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am 1. Februar 2007 die Lage der Pressefreiheit weltweit charakterisiert: Allein im vergangenen Januar seien weltweit zehn Medienvertreter getötet wor­den. 2006 kamen 81 Journalisten bei ihrer Arbeit ums Leben, 871 wurden inhaftiert – so viele wie seit 1994 nicht mehr, heißt es im Jahresbericht der Organisation. ROG wirft den demokratischen Staaten Versagen im Kampf für die Pressefreiheit vor und erwartet, dass bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beispielsweise mit Russland oder China das Recht auf freie Meinungsäuße­rung eingefordert wird. Aber auch in den Ländern der Europäischen Union und in den USA gibt es nach Angaben der Organisation immer wieder Einschränkungen. So werde mit dem Argument des Antiterror-Kampfs immer häufiger der Quel­lenschutz untergraben. Allein im Januar 2007 wurden drei Medienmitarbeiter im Irak getötet (2006: 64), jeweils einer in China und Haiti. Pro­minentester Fall war der Mord an dem armeni­schen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar durch einen türkischen Nationalisten in Istanbul. In Syrien, Ägypten, Saudi-Arabien, Tunesien oder Libyen seien restriktive Pressegesetze und Zen­sur an der Tagesordnung. Auch in Osteuropa und Zentralasien hat sich die Lage laut ROG ver­schärft. In Russland hätten Kreml-nahe Unter­nehmen weitere Medien aufgekauft, In Weiß­russland habe Präsident Alexander Lukaschenko alle unabhängigen Zeitungen zum Schweigen gebracht. In Usbekistan und Kasachstan würden unabhängige Journalisten massiv unter Druck gesetzt. Übergriffe gab es auch in Lateinamerika, vor allem in Mexiko, wo 2006 neun Journalisten ermordet wurden, ohne dass ein Täter gefasst wurde. In Kuba seien mehr als 20 Journalisten in Haft, und in Venezuela und Brasilien gab es zahl­reiche Übergriffe. In Asien wurden 16 Medien­leute getötet, fast alle außerhalb von Kriegsge­bieten. In China, Nordkorea und Myanmar (Birma) herrsche systematische Zensur. Afrikani­sche Regierungen, vor allem jene am Horn von Afrika, gehen laut ROG hart gegen kritische Me­dien vor. 37 Journalisten sind 2006 in Eritrea und Äthiopien in Haft; Mörder von Journalisten würden in Gambia, Burkina Faso und der Demokrati­schen Republik Kongo von Regierungen und Politikern geschützt. Auch das Internet werde von den Machthabern streng überwacht: In China, Vietnam, Syrien, Tunesien, Libyen und Iran seien mindestens 60 Internet-Dissidenten inhaftiert.

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