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20. Januar 1999 | Ausland

Reporter ohne Grenzen: 19 Journalisten wurden 1998 getötet

Im Jahr 1998 sind weltweit 19 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Wie die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am 6. Januar 1999 mitteilte, saßen darüber hinaus am 31. Dezember 1998 weltweit 93 Journalisten im Gefängnis. Ferner kam es im vergangenen Jahr zu 487 Verhaftungen, 697 Drohungen oder Angriffen auf Journalisten und 501 Fällen von Zensur gegen Medien.

Meinungs- und Informationsfreiheit seien, so ROG in 65 Ländern durch staatliche Kontrolle der Medien massiv eingeschränkt, rund 30 Staaten mit über zwei Milliarden Einwohnern mißachteten dieses Menschenrecht völlig. Der häufigste Grund für Anschläge auf Journalisten waren deren Recherchen zu Fällen von Korruption oder Verbindungen zwischen Regierungsbehörden und kriminellen Organisationen. Allein in Kolumbien habe es vier Morde mit einem solchen Hintergrund gegeben - so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Opfer ihrer Recherchen wurden auch zwei Journalisten in Rußland und jeweils einer in Bangladesch, Brasilien, Mexiko, den Philippinen und Thailand. Die übrigen Morde geschahen aus unterschiedlichen Gründen in Afghanistan, Kanada, Kongo, Äthiopien, Georgien, Iran, Mexiko und Sierra Leone.

Die ermittelte Zahl von 19 Ermordeten (gegenüber 26 im Jahr 1997) bezieht sich laut ROG ausschließlich auf solche Fälle, in denen die "Verbindung zu journalistischer Arbeit der Opfer zweifelsfrei feststeht". Andere Organisationen nennen noch weit höhere Zahlen. So sind nach Untersuchungen des Internationalen Presse-Instituts (IPI) und der Internationalen Journalisten-Förderation (IJF) im vergangenen Jahr weltweit 50 Journalisten getötet worden. Die meisten Fälle wurden danach in Kolumbien (zehn), Mexiko (sechs) und Rußland (fünf) registriert. "Wenn ein Journalist getötet wird, ist dies ein Angriff auf die gesamte Bevölkerung", erklärte dazu IJF-Generalsekretär Aidan White. Wer einen Journalisten zum Schweigen bringen könne, könne dies auch mit der gesamten Bevölkerung tun. Die Regierungen müßten mehr zum Schutz der Journalisten unternehmen. IPI-Direktor Johann Fritz forderte die Medien auf, "ausführlich über Morde an Journalisten zu berichten". Die Täter müßten merken, daß sie eher mehr als weniger öffentliche Aufmerksamkeit bekämen.

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