Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

29. Juli 1999 | Digitales

Regulierungsbehörde benachteiligt kleine Provider

Zeitungsverleger appellieren an Wirtschaftsminister Müller

Die Sorgen der Zeitungsverleger im Zusammenhang mit der jüngsten Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat BDZV-Vizepräsident Dr. Richard Rebmann in einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Werner Müller deutlich gemacht.

Zwar begrüßten die deutschen Zeitungsverleger die Gebührenpreissenkungen der verschiedenen Telekommunikationsanbieter im Bereich der Internetzugänge, erläuterte Rebmann. Gleichwohl würden viele Zeitungsverlage, wie auch andere kleinere Access-Provider, durch die Struktur der Preismodelle benachteiligt. Die wettbewerbspolitischen Rahmenbedingungen müßten auch kleineren Anbietern ein Fortbestehen im Markt ermöglichen.

Im einzelnen führte der BDZV-Vizepräsident aus, daß die Belange kleinerer regionaler Anbieter bei der Entscheidung der Regulierungsbehörde leider ignoriert worden seien. Eine zunehmende Monopolisierung des Marktes sei zu befürchten. Beispielsweise führe die Preispolitik der Deutschen Telekom AG zu einer Benachteiligung kleinerer Dienstleister. Diese Einschätzung werde auch durch das Bundeskartellamt geteilt. Rebmann prognostizierte, daß die Benachteiligung der lokalen und regionalen Zeitungsverlage und anderer regionaler Anbieter als Access-Provider dazu führen wird, daß sich das Geschäft mit Internet-Zugängen "auf wenige nationale Anbieter konzentriert". Dies bedeute nicht nur das Ende der mittelständisch geprägten Providing-Industrie, sondern werde darüber hinaus zu einer Konzentration von Know-how und Arbeitsplätzen in wenigen Zentren Deutschlands führen. Angesichts zahlreicher Initiativen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zur Förderung der neuen Medien in Verbindung mit der Schaffung von Arbeitsplätzen gerade auch in der Region erscheine eine solche Entwicklung kontraproduktiv.

Ein Doppelengagement der nationalen Telekommunikationsanbieter sei auch medienpolitisch bedenklich, wie Rebmann weiter ausführte. Anbieter wie die Deutsche Telekom AG, die im Online-Markt nicht nur technische Infrastruktur, sondern eigene redaktionelle Inhalte auf sogenannten "Portal-Sites" vermarkten, würden zu Technikdienstleistern und gleichzeitig zu Programmveranstaltern. "Im Bereich Rundfunk und Presse wäre eine solche Konstellation aus medienpolitischen Gründen undenkbar." Vor diesem Hintergrund appellierten die deutschen Zeitungsverleger an den Bundeswirtschaftsminister, die "medien- und strukturpolitischen Rahmenbedingungen zu korrigieren, um eine falsche Weichenstellung für die künftige Marktentwicklung im Online-Bereich zu verhindern"

zurück