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04. Oktober 2005 | Allgemeines

Reding: Mit mir gibt es keine Werbeverbote

EU-Kommissarin will Grünes Licht für Product-Placement/ Protest von Mathias Döpfner

Die für Medien und Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hat ihre Pläne präzisiert, die Beschränkungen für das so genannte Product-Placement im Fernsehen zu lockern. Sie könne sich vorstellen, die gezielte Platzierung von Markenprodukten bei Unterhaltungsserien, Spielfilmen und anderen fiktionalen TV-Programmen zuzulassen, sagte Reding beim BDZV-Zeitungskongress in Berlin. In Nachrichten, Dokumentationen und Informationssendungen solle es hingegen weiterhin verboten bleiben.

BDZV Reding02Reding versicherte, dass die seit 1989 verbo­tene Schleichwerbung auch in Zukunft verboten bleiben werde. Mit der neuen Regelung sollten Rechtsunsicherheiten beseitigt werden. Der BDZV befürchtet hingegen, dass die Aufhebung der sauberen Trennung von Werbung und Pro­gramminhalten im Fernsehen die werbungtrei­bende Wirtschaft und Agenturen dazu verleiten würde, ähnliche Lockerungen auch von den Ta­geszeitungen zu verlangen. Die hohe Glaubwür­digkeit der Tageszeitung sei jedoch eine der wichtigsten Qualitäten des Mediums, hatte BDZV-Präsident Helmut Heinen bereits in seinem Ein­gangsstatement festgestellt. Nicht nur das Fern­sehen, sondern alle Medien würden durch Pro­duct-Placement verlieren, weil ihre Glaubwürdig­keit aufs Spiel gesetzt werde. Ähnlich argumen­tierte aus dem Publikum heraus auch der Vor­standsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, der eine Lockerung der Richtlinien für Product-Placement kategorisch ablehnte: „Rück­wirkungen auf das Printgeschäft sind unvermeid­lich“, warnte er. „Es geht um die Zukunft unseres Geschäftsmodells. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen.“

Reding wies diese Kritik zurück. Schleichwer­bung finde in Europa gegenwärtig in einer rechtli­chen Grauzone statt. Deshalb sei gesetzliche Klarstellung notwendig. Eine abschließende Mei­nungsbildung der EU-Kommission gebe es je­doch noch nicht. Sie selbst habe auch noch kei­nen schriftlichen Éntwurf erarbeitet. Jedoch sei sie nicht bereit, „spezielle Teile der Branche“ vor den „Auswirkungen des technologischen Wan­dels“ zu bewahren.

In einer recht tollkühnen Verknüpfung der Kau­salitäten behauptete Viviane Reding, dass das von Brüssel erlassene Tabakwerbeverbot für Zeitungen und Zeitschriften eine Folge des vo­rangegangenen Tabakwerbeverbots im Fernse­hen sei. Daher sei es im Interesse der Zeitungen, Werbeerleichterungen im Fernsehen zu unter­stützen. Gleichzeitig versicherte Reding unter dem Beifall der anwesenden Zeitungsverleger, dass es, so lange sie Kommissarin für Medienpo­litik sei, aus Brüssel keine Verbote für Werbung geben werde.

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