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17. Dezember 2009 | Digitales

Readerscan und Eyetracking bekommen Konkurrenz

RedCopy: Neues Instrument der Leserforschung aus Österreich

Es sind immer wieder die gleichen Fragen: Welche Geschichte, welche Überschrift, welche Seitengestaltung kommt beim Leser am besten an? Zur Beantwortung dieser Fragen haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vor allem zwei Methoden der qualitativen Medienforschung als besonders geeignet erwiesen. Eye-Tracking-Verfahren und die Readerscan-Methode heißen die bisherigen Lösungsmodelle der Branche. Mit „RedCopy“ des österreichischen Kommuni-kationsunternehmers Walter Schrotta gibt es seit Herbst 2009 eine neue Methode der Leserforschung.

startbild ZeitungenEntgegen der Tradition wird bei RedCopy den Probanden keine gedruckte Zeitung oder Zeit­schrift mehr vorgelegt, sondern sie markieren in einem PDF-Dokument am Computer, was sie gelesen oder auch nur überflogen haben. Durch einen Mausklick kennzeichnen die Testpersonen jene Artikel, Bilder oder Anzeigen, die sie be­achtet haben. Durch Ziehen mit der Maus über einen gesamten Artikel oder Teile davon, kenn­zeichnen die Probanden darüber hinaus Text­stellen als aktiv beziehungsweise bewusst gele­sen.

redcopy IAbhängig von der dokumentierten Mediennut­zung können dann im Anschluss konkrete Nach­fragen gestellt werden. Gibt ein Leser beispiels­weise an, mehr als die Hälfte eines Artikels über Städtereisen nach Paris gelesen zu haben, kann nachgefragt werden, ob ein persönliches Inte­resse an einer derartigen Reise besteht und für wann eine solche gegebenenfalls geplant ist.

Neben redaktionellen Beiträgen können aber auch Werbe­botschaften und Anzeigeninhalte genau analysiert werden. Mögliche Fragestellun­gen wie: „Welche Personengruppen nehmen bestimmte Angebote besonders wahr?“ oder „Wie groß ist die Kaufbereitschaft?“ sollen dabei helfen, relevante Zielgruppensegmente zu identi­fizieren. Darüber hinaus kann das System aber auch zur Kontrolle der Werbewahrnehmung ein­gesetzt werden. Mithilfe der Mausbewegungen über einzelne Anzeigen analysiert es, welche Teile einer Werbeanzeige vom Leser wahrge­nommen werden. Vor allem im Bereich der soge­nannten A-B-Tests, bei denen verschiedene An­zeigen- oder Textversionen auf ihre Wirkung un­tersucht werden, kann RedCopy bereits vor der Drucklegung erste Informationen über potenziel­len Erfolg- oder Misserfolg eines Motivs liefern. Von daher sei es gerade für Pre-Tests besonders geeignet, denn es müssten keine „Null-Num­mern“ mehr gedruckt werden, wie Schrotta ge­genüber „BDZV-Intern“ ausführte.

Ähnlich wie bei anderen Testverfahren hat jedoch auch RedCopy den Nachteil, dass sich Proban­den noch Stunden nach der ersten Mediennut­zung noch genau daran erinnern müssen, welche Teile der Zeitung sie nun nur überflogen und wel­che sie aufmerksam gelesen haben.

redcopy IIDerzeit befindet sich das System in einem ersten Praxistest an österreichischen Schulen, bei dem auch festgestellt werden soll, ob das Lesever­halten in einer gedruckten Zeitung mit dem in einem PDF-Dokument übereinstimmt. Nach der­zeitigen Planungen soll das System nach abge­schlossener Testphase für eine jährliche Lizenz­gebühr von 50.000 bis 70.000 Euro an Verlage verkauft werden.

Foto: BDZV

Ort: Hard

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