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18. September 2014 | Allgemeines

"Raus aus der Komfortzone"

BDZV-Kongress „Lokale Märkte“ in Berlin

„Content ist King, Design ist Queen – wir brauchen beides“, sagte Bjarne Tormodsgard beim zweiten BDZV-Kongress „Lokale Märkte“ in Berlin. Tormodsgard ist Chefredakteur der norwegischen Zeitung „Hallingdølen”, die in diesem Jahr zu „Europas Lokalzeitung des Jahres“ gekürt worden ist und als erste norwegische Zeitung eine Paywall einführte. Die Zeitung setzt konsequent auf lokale News. Mit einer Auflage von weniger als 9.500 Exemplaren erscheint sie dreimal pro Woche. „Im Mittelpunkt stehen immer die Menschen“, sagte Tormodsgard.

lokale märkteFür gelungenen Lokaljournalismus gibt es auch hierzulande zahlreiche Beispiele - das wurde beim Kongress "Lokale Märkte", moderiert von Sonja Ettengruber (Leiterin idowa Mediendiesnte), deutlich. Der „Nordbayerische Kurier“ in Bayreuth ist eines davon. Seit einigen Jahren verzichtet die Redaktion komplett auf „Terminberichte“. Artikel über Vereinsjubiläen und Schützenfeste erscheinen separat in einer wöchentlichen Beilage, deren redaktionelle Betreuung die Vereine selbst übernehmen. „Wir müssen raus der Komfortzone“, sagte Chefredakteur Joachim Braun. „Wir berichten nicht mehr einfach nur, weil etwas stattgefunden hat."

 

Verlagsgeschäftsführer Philipp M. Froben von M. DuMont Schauberg gab Einblicke in erfolgreiche Media-Solutions. Außerdem trage der Paywall-Start erste Früchte, so Froben: „80 Prozent der Abonnenten sind Neukunden“. Patrik Schwarz, geschäftsführender Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, erläuterte beim Kongress „Lokale Märkte“ die jüngsten Schritte der Zeitung: Seit April 2014 erscheint sie mit einem eigenen Hamburg-Teil. Online kooperiert "Die Zeit" mit Stadtteil-Blogs. Niko Mehl, Leiter Neue Geschäftsfelder beim „Weser-Kurier“, erläuterte das Kooperationsmodell von Simply Local. Die Idee: Nutzer können sich über das Produktsortiment lokaler Händler informieren. Sie sehen, welche lokalen Händler ihre gewünschten Produkte führen. Auf einer Karte soll der User die Shops lokalisieren und seine Produkte zur Abholung am selben Tag in der gewünschten Filiale reservieren oder den „Same Day Delivery“-Service nutzen können.

 

Wird der automatisierte Journalismus Einzug in den Redaktionen halten? Cord Dreyer, der ehemalige Chef der Nachrichtenagentur dapd, hat in Berlin das Unternehmen text-on gegründet. Das Start-up verarbeitet in einem automatisierten Prozess Daten zu Texte und will vor allem Verlage für seine Dienste begeistern. „Roboterjournalismus gefährdet keine Arbeitsplätze“, sagte Dreyer beim BDZV-Kongress. Im Gegenteil: „Roboterjournalismus wird kostengünstig neue Themenwelten erschließen, die es sonst nicht gäbe“.

 

„Mach den Fehler, aber mach ihn mit Leidenschaft“: Bob Hanning, Geschäftsführer des Profi-Handballclubs Füchse Berlin, erläuterte, wie Vertrauensbildung bei den Füchsen funktioniert. Hanning hat maßgeblich dazu beigetragen, den Handballverein als Gesamtberliner Sportmarke zu etablieren. Die Füchse sind ein typisches Beispiel dafür, wie Sportvereine als lokale Identitätsstifter wirken und gerade auch im Zusammenspiel mit den Tageszeitungen eine eminent wichtige Rolle für die Menschen und das Vereinsleben einer Region übernehmen.

 

Das Thema Corporate Publishing spielt in den Aktivitäten der Verlage weltweit eine zunehmend wichtige Rolle. Immer mehr Zeitungen produzieren für Firmen Kundenzeitschriften, Jahresberichte oder Websites und gründen dafür eigenständige Tochtergesellschaften beziehungsweise bilden Projektteams – das geht aus einer BDZV-Verlagsbefragung hervor, die der Medienberater Professor Joachim Blum in Berlin vorstellte. Michael Nolting, Geschäftsführer der NOW-Medien, präsentierte gelungene Beispiele und ermunterte Verlage, im Corporate Publishing aktiv zu werden: „Corporate Publishing ist wie Elfmeterschießen und der Torwart steht schon in der rechten Ecke. Man muss nur noch schießen.“

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