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25. Juni 2009 | Allgemeines

Qualität kostet Geld – noch fehlen Geschäftsmodelle im Internet

Im Wettbewerb um Nachrichten und ihr Publikum

„Wir leben in einer Informationsgesellschaft, in der die Leute eigentlich dankbar sind, wenn sie keine Informationen bekommen.“ Argumente für guten Journalismus in der gedruckten Zeitung wirkten auf junge Leute wie „das letzte Aufheulen eines Bildungsbürgertums, an Regeln festzuhalten, die es letztlich nicht mehr gibt. Mit diesem kessen Statement beantwortete „Tagesspiegel-Online“-Chefredakteurin Mercedes Bunz eine Frage, die so eigentlich gar nicht gestellt worden war, nämlich die nach der Zukunft der gedruckten Zeitung. Gleichwohl schien sie ein Dreh- und Angelpunkt beim Panel „Presse und Politik – geht der öffentlichen Kommunikation das Publikum verloren?“ von BDZV und Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen am 23. Juni 2009 in Köln.

090623 Presse Politik Bunz FOX 03[1]Der ehemalige „Bams“-Chefredakteur und heutige Politikberater Michael Spreng, von Moderator Hajo Schumacher als „Silver-Blogger“ apostrophiert, kritisierte, dass die Zeitungen bis heute „verzweifelt den Nachrichtenwettbewerb auf Seite Eins“ suchten, obwohl sie gegen Internet und elektronische Medien nur verlieren könnten. Seine Empfehlung: Die Kommentare und Hintergrundberichte einer typischen Seite Drei gehörten heute auf den Titel – und die eigentliche Nachricht könne als kleiner Kasten dazugestellt werden. Jost Springensguth, Chefredakteur der „Kölnischen Rundschau“, wies darauf hin, dass Qualität Geld koste, egal, ob gedruckt, online oder mobil. „Wir sind fasziniert von Medien, in denen vielfach nichts erwirtschaftet wird und die nicht kostendeckend arbeiten.“ Die aktuelle Berichterstattung aus dem Iran, die mangels sicherer Quellen auf Informationen via Twitter oder Youtube beruhe, hebele zum Beispiel jede Plausibilitätsprüfung aus. „Das macht mir Angst.“

090623 Presse Politik Steg FOX 14Geht es hier darum, dass eine diktatorische Regierung jede Information aus dem Land unterbinden will und der Nachrichtenfluss von der Bevölkerung über den Umweg neuer Medien organisiert wird, so steht der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg vor dem umgekehrten Problem, politische Inhalte möglichst breit der deutschen Bevölkerung zu vermitteln. „Es gibt eine Öffentlichkeit, die wir nicht erreichen, die abends auf dem Sofa mit der Fernbedienung konsequent jede harte News umschifft“, bedauerte Steg. Aus dem amerikanischen Vorwahlkampf habe die deutsche Politik lernen können, dass die Bürger mehr beteiligt werden müssten. Die seit je beliebte Frage, wie sorgen wir dafür, dass morgen auch etwas in den Medien gebracht wird?, stelle sich dank „Twitter“ & Co allerdings anders: „Heute wird schon aus Sitzungen berichtet, bevor etwas beschlossen ist.“

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