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10. Mai 2007 | Allgemeines

Qualität, Glaubwürdigkeit, Professionalität

Zeitungsverleger und Chefredakteure offensiv und selbstbewusst beim Medienkongress in Leipzig

Qualität, Glaubwürdigkeit, Professionalität – diese Begriffe zogen sich wie Wegmarken durch die vom BDZV mitveranstalteten Expertenrunden beim Medientreffpunkt Mitteldeut-schland am 8./9. Mai in Leipzig, der mit fast 1.500 Besuchern einen Teilnehmerrekord verzeichnen konnte.

vorschau online1BDZV-Präsident Heinen hob die Stärken der Zeitung im Leser- und Anzeigenmarkt hervor, ohne dabei zu verhehlen, dass jüngere Zielgruppen zunehmend schwieriger mit der gedruckten Zeitung erreicht werden könnten. Umso wichtiger seien die vielfältigen Online-Aktivitäten der Verlage. Probleme bereite die zunehmende Gratismentalität bei den Medienkonsumenten. Wie nie zuvor seien die Zeitungen deshalb gefordert, ihren Lesern höchste Qualität zu bieten. Die Zeitungen müssten „noch jünger, weiblicher und lebensnaher werden“. Dem pflichtete auch Jens Berendsen, Geschäftsführer der DDVG (Hamburg), bei: Jeder Qualitätsverlust müsse vermieden werden; deshalb müssten vor allem die Redaktionen gut ausgestattet sein. Der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages (München), Klaus-Josef Lutz, stellte fest: „Wir sind bewusst teuer; Geiz-ist-geil-Mentalität gibt es bei uns nicht“. Zur Entwicklung neuer Geschäfte unter der Marke der Zeitung merkte Lutz an, vielleicht werde mit der Dehnung der Marke noch zu vorsichtig und zurückhaltend umgegangen.

Wie mutige Investitionen und Kreativität zu neuen Umsätzen führen, dokumentierte der Geschäftsführer des Zeit-Verlags (Hamburg), Rainer Esser: Die verkaufte Auflage der „Zeit“ steigt, und die Erlöse in neuen Geschäftsfeldern machen mittlerweile 20 Prozent des Verlagsumsatzes aus.

Dass Print auch bei der Axel Springer AG die „stabile Größe“ bleibe, bestätigte der Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Welt/Berliner Morgenpost (Berlin), Ulrich Lingnau. Gleichwohl liege der langfristige Erfolg in einer Kombinationsstrategie von Print, Online und Mobil mit der klaren strategischen Ausrichtung „Online first!“.

Online-Chefs der Verlage: Es geht um Qualität und Glaubwürdigkeit

vorschau zeitung1Aufbruchstimmung machte sich auch in der Podiumsrunde „Online – Wer wird Leitmedium?“ breit. Der Chefredakteur von sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs, zeigte sich äußerst zufrieden über die jüngsten Erfolge seines Angebots. Mit einer erheblichen Aufstockung der personellen Ressourcen auf jetzt 25 Redakteure wurde das Produkt verändert und erweitert. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Eine Verdoppelung der abgerufenen Seiten auf mittlerweile vier Millionen pro Tag bereitet auch der Werbewirtschaft Spaß; trotz der Investitionen beim Personal schreibt sueddeutsche.de schwarze Zahlen. Erfolgreich und profitabel ist auch Spiegel online. Für zehn Millionen Seitenabrufe täglich sorgt Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron mit seinem 60 Leute starken Team. Die Vielfalt im Angebot und die journalistische Qualität seien Voraussetzung für den Erfolg. Wie stark auch lokale Zeitungen gefordert sind, ihre Online-Angebote auszubauen, machte Moderator Hans-Joachim Fuhrmann (BDZV) deutlich. Es sei beeindruckend, wie experimentierfreudig und innovativ auch lokale Verlage derzeit arbeiteten. Holger Herzberg, Leiter Online-Dienste der „Leipziger Volkszeitung“, führte aus, dass in seinem Verlag nicht nur beim Printprodukt, sondern auch bei allen Online-Aktivitäten der Fokus beim Lokalen liegen müsse. Dabei würden neue Spielarten wie Bewegtbilder sowie die vielfältige Einbindung des Publikums immer wichtiger.

Alle am Podium Versammelten waren sich einig, dass Online die gleichen journalistischen Qualitätskriterien gelten müssen, wie bei den gedruckten Stamm-Marken. Auch die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt dürfe nicht aufgeweicht werden. Der Redaktionsleiter von tagesschau.de, Jörg Sadrozinski, merkte an, dass sein Online-Angebot noch nicht so ausgebaut sei, wie es eigentlich möglich und – aus seiner Sicht – nötig wäre. An dieser Stelle wurde er von den übrigen Teilnehmern, allen voran von Herzberg und Blumencron, zur Zurückhaltung ermahnt. Dabei wurde klar, dass die privatwirtschaftlichen Medien mit Argusaugen darüber wachen, wie sich die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihren Online-Angeboten innerhalb der vom Gesetzgeber aufgestellten Schranken bewegen.

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