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26. September 2008 | Allgemeines

Qualität, Exklusivität, Informationen

Podiumsdiskussion „Was will das Publikum?“

„Wir müssen den Obama in uns wecken und jeden Morgen sagen ‚Yes, we can‘!“, forderte der Chefredakteur der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, Sven Gösmann, die Zeitungen auf. Das Publikum wolle Qualität, Exklusivität und Emotionen. Letzteres werde oft verges¬sen. In den Redaktionen der lokalen und re¬gionalen Zeitungen werde zu oft arrogant über Themen geurteilt, mit dem Resultat, dass die Leser sagten: „Das ist nicht mehr meine Zei¬tung.“

Bei der von Werner Lauff moderierten Po­diumsdiskussion zum Thema „Was will das Pub­likum? Erfolgsfaktoren für den Leser- und Nut­zermarkt“ widersprach Richard Rebmann, Ge­schäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding, Stuttgart, und BDZV-Vizepräsident, Gösmanns Aussage, dass es in Deutschland „zu viele schlechte Zeitungen“ gebe. Der Blick nach USA und in andere Länder zeige, dass die Qua­lität der deutschen Tageszeitungen sehr gut sei. „Wir müssen die Angebote mehr segmentieren“, forderte Rebmann, Und verwies dabei auf die Umwandlung von Sonderbeilagen zu Magazinen und Kiosk-Angeboten.

Die Leiterin des Instituts für Demoskopie Al­lensbach, Renate Köcher, vermutete, dass das Publikum heute von Zeitungen weniger festgelegt und mehr unterhalten werden wolle. Dabei sei ein wesentlicher Punkt die Zuverlässigkeit der Infor­mationen. Die Zeitungen müssten näher an ihre Leser heran und die Perspektive der Leute ken­nen.

Die Leser möchten involviert werden und sie möchten authentische Inhalte, meinte Michael Brehm, Geschäftsführer studiVZ Limited, Berlin. Deutlich sei der Trend zur Individualisierung. Auf die Frage des Moderators, wie sich denn junge Leser für die Zeitung gewinnen lassen, riet Verle­ger Rebmann, nicht jedem Hype hinterherzulau­fen und beispielsweise mit aller Macht Commu­nitys aufzubauen. Da sei er eher skeptisch. Ge­fragt seien jedoch mehr Mut und Experimentier­freude. „Und wenn es nicht funktioniert, müssen wir ein neues Projekt eben auch wieder einkas­sieren.“

Gratiszeitungen werden aus Sicht der Demos­kopin Köcher jedenfalls eher nicht die Lösung des Problems sein. Die kostenlose Abgabe entwerte das Produkt, konstatierte Köcher. Hinter der häu­fig geäußerten Hoffnung, dass Gratisprodukte das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften stabi­lisieren würden, stecke implizit die Überzeugung, dass Kostengründe für die sinkenden Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften verantwortlich seien. „Dafür spricht aber relativ wenig.“

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