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11. November 1997 | Digitales

Pushdienste und Breitbandkabel zum Ausbau des Datenhighways

BDZV-Arbeitsgruppe Elektronisch Publizieren / Multimedia diskutiert neue Angebotsformen

In der jüngsten Sitzung der BDZV-Arbeitsgruppe am 2. Oktober 1997 wurden unterschiedliche Projekte vorgestellt, die es den Zeitungsverlagen ermöglichen, über den Internet-Auftritt hinaus Online-Produkte anzubieten.

Martin Bilger, Geschäftsführer von Kabel & Medien Service, präsentierte das Projekt Cyber City, München, bei dem via Fernsehkabel und PC-Karte ein Highspeed-Internet-Zugang realisiert wird. Dabei werden die Rechner der Internet-Anbieter in die Lage versetzt, mit 5,5 Megabit pro Sekunde bei analoger und 38 Megabit pro Sekunde bei digitaler Übertragung Daten in Richtung Nutzer (Downstream) zu übertragen. Als Rückkanal (Upstream) wird ein konventioneller Internet-Zugang über Telefon und Modem eingesetzt. Der Modellversuch im Münchner Breitbandkabel ermöglicht Highspeed-Internet-Applikationen, die über Downloads nach dem Server-Push-Prinzip umgesetzt werden können. Damit bietet sich vor allem für regionale Anbieter die Möglichkeit, die Inhalte mit einer wesentlich größeren Nutzungsgeschwindigkeit dem regionalen TV-Kabel-Publikum anzubieten. In der anschließenden Diskussion wies Herr Bilger darauf hin, daß im Unterschied zu anderen Pilotprojekten keine großen Neuinvestionen für den Projektbetreiber erforderlich seien, da man auf das existierende TV-Breitband-Kabel zurückgreifen könne. Auch auf Seiten der Nutzer seien die Zugangshürden nicht zu hoch; die monatliche Nutzungsgebühr betrage allerdings 85 Mark.

Mit welchen Herausforderungen die Zeitungsverlage im Online-Geschäft konfrontiert werden, zeigte Harald Neidhardt, Mitglied der Geschäftsleitung der Multimedia-Agentur Pixelpark. Künftig sei generell von einer stärkeren Trennung von redaktionellem Inhalt und dem dazugehörigen Produktformat auszugehen, so daß Pushdienste lediglich ein Beispiel für die neuen Geschäftsfelder der Zeitungsverlage seien. Wenn künftig bei einem redaktionellen Beitrag über die Finanzierung von Wohneigentum auch kleinere Kalkulationsprogramme zur Berechnung von Finanzierungsmodellen für Eigenheime beigefügt würden, sei dies ein erster Schritt hin zu einer Diversifikation, die die Distribution kleinerer Softwareanwendungen mit einschließe. Auch in der Beratung von Corporate Networks, das heißt der redaktionellen und grafischen Gestaltung von unternehmensinternen Kommunikationsnetzen, könnten die Verlage ihr Know-how einbringen.

Über den Aufbau eines Pushdienstes innerhalb des eigenen Zeitungsangebots berichtete Volker Pfau, Redaktionsleiter von rp-online, dem Angebot der "Rheinischen Post", Düsseldorf. Durch den HTML-Pushdienst mit Inbox Direct von Netscape sei es rp-online gelungen, einen grafisch ansprechenden Pushdienst aufzubereiten, der von der Mehrzahl der Internetnutzer empfangen werden könne. Dadurch habe man das potentielle Zielpublikum nicht eingeschränkt, sei jedoch in der Lage, auch Werbung in diesen Dienst aufzunehmen und ihn entsprechend zu kommerzialisieren. Der Pushdienst diene bei rp-online letztlich der Zweitverwertung der bereits vorhandenen Nachrichten, die rubriziert nach unterschiedlichen Themengebieten wie beispielsweise Top-News, Sport-News, Wissenschaft und Multimedia an weit über 30.000 Abonnenten versandt werden. Die in die e-mails integrierten Links hätten zur Erhöhung der Zugriffszahlen auf der rp-online Web-Site geführt und sich bewährt.

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