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26. Juni 1997 | Digitales

Pushdienste: Chance für Zeitungsverlage

Neue Technologien ermöglichen Online-Abonnementlieferungen

Die beiden führenden Hersteller von Internet-Browsern - Microsoft und Netscape - planen in den neuen Versionen ihrer Software den Einbau von Pushtechnologien. Damit können grafisch aufbereitete, täglich aktualisierte Inhalte den Nutzern zugesandt werden.

Während üblicherweise das Navigieren im Internet noch am ehesten mit dem Stöbern im Zeitungsregal des Pressehändlers und folglich mit dem Vertriebsweg Einzelverkauf der gedruckten Presse verglichen werden kann, kann durch Nutzung der neuen Pushdienste eine Online-Abonnement-Lieferung realisiert werden. Trotz unterschiedlicher technischer Detailkonzepte ermöglichen beide Software-Hersteller in ihren neuen Software-Produkten die automatische Zusendung von Inhalten. Anwender wie beispielsweise "The Jerusalem Post" oder die "Rheinische Post" nutzen diese Möglichkeiten um ausgewählte, neu bearbeitete Seiten über Nacht den einzelnen Abonnenten zuzusenden. Diese Informationen können vom Nutzer offline, das heißt ohne teure Telekommunikationskosten gelesen werden. Für den Verlag besteht der Vorteil darin, daß die in diesen Seiten enthaltenen Verknüpfungen (hyperlinks) vom Nutzer aktiviert werden können und dadurch zusätzliche Nutzungsfrequenz im Angebot erreicht werden kann.

Eine weitere Option in beiden Software-Modulen ist die Einführung von sogenannten Channels, die auf der Software-Oberfläche fest vorinstalliert sind. Ähnlich wie beim Rundfunk können diese vorinstallierten Kanäle vom Anwender sehr bequem genutzt werden und gewinnen dadurch eine besondere Bedeutung im Bereich der sonst sehr heterogenen Online-Medien.

Um als Verlag einen diese Channels nutzen zu können, ist bei Netscape die Zahlung eines Geldbetrags notwendig, während Microsoft die Content-Provider nach dem Grad der Attraktivität der Inhalte selbst auswählt. Damit entsteht für die deutsche Medienbranche die Gefahr, daß im Bereich der Online-Medien Software-Unternehmem in wesentlichen Teilen das im Vertriebsbereich sehr wichtige Dispositionsrecht für sich in Anspruch nehmen. Im Vergleich zur Welt der gedruckten Zeitung würde dies bedeuten, daß nur zwei unterschiedliche Abonnementvertriebsgesellschaften existieren, die die von ihnen distribuierten Titel nach eigenem Gutdünken zusammen stellen.

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