Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

20. September 2002 | Allgemeines

Prognosen, Diagnosen, Strategien für das Qualitätsmedium

Verleger, Journalisten, Wissenschaftler und Politiker debattieren über Erfolgsstrategien und Rahmenbedingungen

Die redaktionelle Qualität bildet das Rückgrat der Zeitung. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist Qualität der Schlüssel zum Erfolg, betonte BDZV-Präsident Helmut Heinen anlässlich der Eröffnung des Zeitungskongresses 2002 am 16. und 17. September in Hamburg.

Angesichts der „schwersten Krise seit Jahrzehnten“ im Anzeigengeschäft müssten alle Zeitungsverlage weiterhin Kosten reduzieren, Abläufe straffen, interne Strukturen überdenken und gegebenenfalls neue Formen der Kooperation entwickeln, sagte Heinen. Das dürfe jedoch nicht zu Lasten der Leser gehen. Wie und unter welchen Bedingungen dies zu erreichen sei, wurde von den mehr als 500 Teilnehmern aus Verlagen, Politik und Wirtschaft intensiv und zum Teil auch kontrovers diskutiert.

 

Vielerlei Anregungen und neue Denkanstöße gab hier insbesondere der – ausnahmsweise nur für Mitglieder veranstaltete – interne Fachkongress, der schon in Kürze durch Seminarangebote des BDZV weitergeführt wird.

 

Ungewohnt einig zeigten sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion über die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Wenn man Bundesinnenminister Otto Schily, den Fraktionschefs Wolfgang Gerhardt (FDP) und Friedrich Merz (CDU/CSU) sowie der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Margareta Wolf (Bündnis 90/Die Gründen), glauben darf, stehen den Zeitungsverlegern nach dem 22. September – politisch – gute Zeiten ins Haus, egal, ob es sich um das 630-Mark-Gesetz, von der Europäischen Union geplante Werbeverbote oder Initiativen zum Abbau von Bürokratie handelt.

 

Der Vorsitzende der Axel Springer Verlag AG, Dr. Mathias Döpfner, empfahl der Branche ein „vier-K-Konzept“ für den Weg aus der Krise. Anlässlich des festlichen Abendessens im Kaisersaal des Hamburger Rathauses, zu dem der Verband der Zeitungsverleger Norddeutschland geladen hatte, erklärte Döpfner, dass die Verlage „Kostensenkung, Kundennähe, Kreativität und Konsolidierung“ bräuchten. Das heiße auch, dass Verlage bereit sein müssten, notfalls unrentable Projekte einzustellen oder zu verschmelzen, um Synergien zu nutzen. Vor allem bei größeren Verlagen rechne er mit wachsendem Konsolidierungsbedarf.

 

Zuvor hatte der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust, die Verleger zum Empfang gebeten und die „Frankfurter Hefte“ zitiert, die in ihrer letzten Ausgabe einen Bericht zur Situation der Medienbranche unter der Überschrift „Der jüngste Tag“ veröffentlicht hätten. Den aus Hamburg und Umgebung stammenden Gästen versicherte von Beust augenzwinkernd, dass der Senat bereit sei, alles zu tun, was wenig Geld koste, um ihnen zu helfen. BDZV-Präsident Helmut Heinen erwiederte, dass bei aller Bedeutung der Verlagsstadt Frankfurt und ihrer Produkte Meldungen vom „Jüngsten Tag“ doch stark übertrieben seien - und dass die Zeitungsverleger im Übrigen schon dankbar wären, wenn die Politiker darauf verzichteten, Gesetze zu beschließen, die die Verlage zusätzlich Geld kosten.

zurück