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25. November 2008 | Allgemeines

Presserat will auch Onlineangebote kontrollieren

Selbstkontrollgremium zieht 2009 von Bonn nach Berlin

Der Deutsche Presserat will vom nächsten Jahr an auch Internetangebote kontrollieren. Der Kodex gelte grundsätzlich auch für Onlineangebote, sagte der Sprecher des Gremiums, Manfred Protze, am 6. November 2008 in Berlin. Im Pressekodex legt der Presserat, das freiwillige Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien, Grundsätze für die publizistische Arbeit fest. Eine flächendeckende Beobachtung des Internets sei aber nicht geplant, erläuterte Protze. „Wir werden uns anhand der Beschwerden herantasten.“

Protze sagte weiter, der Presserat sähe sich zuständig für die Onlineangebote seiner Mitglie­der, der deutschen Zeitungs- und Zeitschriften­verlage. Dazu zählten auch kurze Film- und Ton­beiträge etwa auf den Internetseiten von Zeitun­gen, die nicht als Rundfunk einzustufen seien. Der Rat nehme darüber hinaus auch Beschwer­den zu Internetauftritten von Nichtmitgliedern an, sofern diese sich zum Pressekodex bekennten. In den nächsten Wochen soll der Kodex dahinge­hend geändert werden, dass Rügen des Presse­rats auch im Internet erscheinen müssen.

Die Zahl der Beschwerden ist den Angaben zufolge konstant. Für 2008 gebe es bislang 620 Eingaben, 2007 waren es insgesamt 735. Der Presserat kündigte weiter an, durch einen Leitfa­den die Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung zu stärken. In Teilen der Redaktionen herrsche Unsicherheit über die Trennung von Werbung mit redaktionellen Beiträgen, erläuterte Protze. „Dürfen Internetadressen genannt wer­den? Dürfen Verkaufspreise genannt werden?“ Der angekündigte Leitfaden gebe dazu Rat­schläge anhand von Fällen, die der Presserat in den vergangenen Jahren behandelt habe.

Bis Anfang November 2008 hat der Presserat 14 Rügen ausgesprochen, die Gesamtzahl wird den Angaben zufolge in diesem Jahr voraussicht­lich unter dem Vorjahreswert liegen, als das Gremium 35 Mal die Berichterstattung in Zeitun­gen oder Zeitschriften rügte.

 

Ferner kündigte der Presserat an, von Bonn nach Berlin umzuziehen. Mitte 2009 soll die Ge­schäftsstelle die Arbeit in der Hauptstadt aufneh­men.

Parallel zur Pressekonferenz in Berlin hat der Deutsche Presserat seinen dritten Tätigkeitsbe­richt zum Redaktionsdatenschutz veröffentlicht. Hier werden die 2006 und 2007 eingegangenen Beschwerden dokumentiert; ferner gibt es Ein­blicke in die Arbeit des Beschwerdeausschusses zum Redaktionsdatenschutz und eine Liste aller Verlage, die sich der Freiwilligen Selbstkontrolle bislang angeschlossen haben. Der Presserat hatte 2001 zusätzlich zu seinen bisherigen Auf­gaben die Freiwillige Selbstkontrolle für den Be­reich des Datenschutzes in Redaktionen über­nommen. Der ehemalige Vizepräsident des Deut­schen Bundestags, Burkhard Hirsch, lobt diese Arbeit in einem Gastbeitrag ausdrücklich. Der Pressekodex und die dazu vom Presserat entwi­ckelten Richtlinien zum Datenschutz hätten sich in sechs Jahren durchgesetzt und bewährt, „zu­mal der Presserat nicht nur auf Beschwerden reagiert, sondern sich intensiv darum bemüht, präventiv zu arbeiten, zu werben und zu schulen“. Der Tätigkeitsbericht steht im Internet unter www.presserat.de/Redaktionsdatenschutz zum Download bereit; die gedruckte Fassung ist für 7,50 Euro zuzüglich Versandkosten in der Ge­schäftsstelle des Presserats zu bestellen.

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