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04. Januar 2012 | Allgemeines

Presserat: Toter Gaddafi darf gezeigt werden

Beschwerdeausschuss behandelt 158 Eingaben / zwei Rügen ausgesprochen

Medien durften und dürfen Bilder des getöteten libyschen Ex-Diktators Muammar Al-Gaddafi zeigen, jedoch unter Auflagen. Das hat der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats am 7. Dezember 2011 in Berlin entschieden. Dem Selbstkontrollgremium lagen insgesamt 49 Beschwerden zur Berichterstattung über den gewaltsamen Tod Gaddafis zur Entscheidung vor.

Laut Presserat dürfen Medien den Tod von Diktatoren auch in Bildern festhalten, da es eine Tabuisierung des Todes nicht geben sollte. „Selbstverständlich ist der Anblick eines getöteten Menschen keiner, dem sich ein Leser oder Internet-User in der Regel gern stellt. Dennoch gehört es zu den Aufgaben der Presse, auch solche Informationen in Wort und Bild zu vermitteln“, so der Presserat. Die Darstellung des toten Gaddafis verstoße daher nicht per se gegen den Grundsatz der Menschenwürde nach Ziffer 1 des Kodex. Auch die Ziffer 11 des Kodex, die eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Tod untersagt, sei nicht automatisch verletzt.
„Dennoch ist bei der Darstellung darauf zu achten, in welcher Form die Bilder gezeigt werden“, erklärte das Gremium. So hätten zwei Boulevardzeitungen ein Foto des blutverschmierten Gesichts des Toten vergrößert und auf der Titelseite über dem Bruch veröffentlicht. Hierin erkannte der Ausschuss einen Verstoß gegen Aspekte des Jugendschutzes. In diesen beiden Fällen sprach der Beschwerdeausschuss eine Missbilligung aus.

Öffentliche Rüge wegen Irreführung und Schleichwerbung

In zwei Fällen sprach der Presserat öffentliche Rügen aus. Dabei handelt es sich zum einen um die Zeitschrift „DAS NEUE“, die für ihre Titelgeschichte „Jörg Pilawa – Ein Ehe-Drama! Er lässt seine Frau im Stich“ kritisiert wurde (irreführende Berichterstattung). Und zum anderen um die „AUTO-ZEITUNG“. In einem Gebrauchtwagensonderheft habe die Redaktion einen Beitrag über den Werterhalt von Autos durch regelmäßige Wartung veröffentlicht. „Dabei wurde ohne jede kritische Betrachtung ausschließlich das Angebot einer Werkstattkette vorgestellt. Mitbewerber wurden nicht genannt“, hieß es in der Begründung. Mit dieser Darstellung sei die Grenze zwischen einer Berichterstattung von öffentlichem Interesse und Schleichwerbung nach Richtlinie 7.2 Pressekodex überschritten worden.
Insgesamt wurden in den zwei Beschwerdeausschüssen 158 Beschwerden behandelt, darunter drei Mehrfachbeschwerden mit 64 Beschwerdeführern. Neben den zwei öffentlichen Rügen gab es 16 Missbilligungen und 27 Hinweise. In 72 Fällen wurden die Beschwerden als unbegründet erachtet. Weitere Informationen: www.presserat.de.

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