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22. Juni 2007 | Namen und Nachrichten

Presserat spricht fünf Rügen aus

Um Vorverurteilung, Suizidberichterstattung, Schleichwerbung und Diskriminierung ging es bei den öffentlichen und den nicht-öffentlichen Rü­gen, die der Deutsche Presserat anlässlich der Sitzungen der Beschwerdeausschüsse am 5. und 6. Juni 2007 in Bonn ausgesprochen hat. So er­hielt die Bremer Ausgabe der „Bild“-Zeitung eine nicht-öffentliche Rüge aufgrund der Berichters­tattung über einen 19-jährigen mutmaßlichen Täter, der in dem Beitrag als „Verbrecher“ be­zeichnet wurde. Dabei stützte sich die Zeitung auf Informationen über ein vermeintliches Geständ­nis, das jedoch zum Berichtszeitpunkt nach An­gaben des Presserats nicht vorgelegen hatte. Das Selbstkontrollgremium erkannte deshalb auf „Vorverurteilung“ und einen Verstoß gegen die Ziffern 2 und 13 des Pressekodex. Ebenfalls nicht-öffentlich waren die Rügen gegen die Ham­burger Ausgabe der „Bild“ aufgrund der Bericht­erstattung über den Suizid einer Jugendlichen (Verstoß gegen Richtlinie 8.5 des Pressekodex) und gegen den „Rundblick Nord-Report“ wegen diskriminierender Berichterstattung über Russ­landdeutsche, die unter anderem als „Landplage“ bezeichnet wurden (Verstoß gegen Ziffer 12 des Pressekodex). Öffentlich gerügt wegen Schleich­werbung wurde die „Neue Westfälische“ in Biele­feld, die in zwei Artikeln auf der Titelseite und der ersten Lokalseite über eine neue Pizza eines regionalen Produzenten berichtet hatte. Hier machte der Presserat deutlich, dass sehr wohl über ein neues Produkt eines Unternehmens von regionaler Bedeutung berichten werden könne, doch sei im vorliegenden Fall mit der „ausführli­chen und positiven Produktdarstellung einschließ­lich zweier großformatiger Farbfotos, auf der die Pizzapackung plakativ zu sehen war“, eindeutig die Grenze zur Schleichwerbung überschritten worden. Einen Verstoß gegen den Trennungs­grundsatz erkannte die Selbstkontrollorganisation auch bei „RadParadiese 2007“, einem Spezialheft von „Aktiv Radfahren“. Eine Missbilligung wegen Schädigung des Ansehens der Presse erhielt eine überregionale Zeitung, die im Rahmen eines Projekts mit Schülern diese die Texte für eine Anzeigenbeilage schreiben ließ. Dabei war die Arbeit der Schüler in einem Editorial als eigens­tändiges redaktionelles Produkt bezeichnet wor­den. Dies vermittle, kritisierte der Presserat, ein „irreführendes Bild der Arbeit von Redaktionen, die ausschließlich dem öffentlichen Interesse verpflichtet sind“. Insgesamt hat der Presserat 67 Beschwerden behandelt. Neben den fünf Rügen wurden elf Missbilligungen und zwölf Hinweise ausgesprochen. 31 Beschwerden wurden als unbegründet angesehen. Im Fall einer als be­gründet bewerteten Beschwerde hatte die Zeitung den Fehler bereits berichtigt; eine weitere Be­schwerde konnte nicht aufgeklärt werden.

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