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09. Dezember 2002 | Namen und Nachrichten

Presserat spricht fünf Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat am 27. November 2002 in Bonn fünf Rügen ausgesprochen, vier davon kamen wegen Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht zustande. Öffentlich gerügt wurde die Münchner „tz“, weil sie in einem Bericht über den gewaltsamen Tod von drei Menschen in einer kleinen Gemeinde ein Foto der Angehörigen der Opfer bei der Trauerfeier zeigte. Die „tz“ hatte sich bei der Familie dafür entschuldigt. Nach Meinung des Beschwerdeausschusses im Deutschen Presserat reicht dies jedoch nicht als Wiedergutmachung aus, da „sowohl auf das Foto als auch auf die Nennung der Vornamen und abgekürzten Nachnamen der Angehörigen hätte verzichtet werden müssen“. Öffentlich gerügt wurde auch die „B.Z.“ in Berlin, weil sie unter der Überschrift „Der Kongo-Killer aus Weißensee“ über einen Mordverdächtigen Halbkongolesen mit Foto berichtet und ihn dadurch identifizierbar gemacht habe. Die Bezeichnung „Kongo-Killer“ sei zudem diskriminierend und verstoße zusätzlich gegen das in Ziffer 12 des Pressekodex niedergelegte Diskriminierungsverbot, wonach niemand wegen seiner Geschlechts oder seiner Zugehörigkeit zu einer rassischen, ethnischen, religiösen, sozialen und nationalen Gruppe diskriminiert werden darf. Eine nicht-öffentliche Rüge aufgrund der Missachtung von Persönlichkeitsrechten und damit wegen Verstoßes gegen die Ziffer 8 erhielten die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ sowie die „Wilhelmshavener Zeitung“, die über die Entlassung eines Pädagogen beziehungsweise eines Lehrers aufgrund zurückliegender Verfehlungen berichtet hatten. Die Betroffenen seien dadurch für einen größeren Kreis identifizierbar gemacht worden, kritisierte der Presserat. Gegen den Trennungsgrundsatz in Ziffer 7 schließlich verstieß die Zeitschrift „TV - Hören und Sehen“ und wurde öffentlich gerügt, weil sie in einem Artikel über die türkische Ägäis mehrfach den Namen eines einzigen Reiseanbieters genannt hatte. Der Beschwerdeausschuss sprach ferner zehn Missbilligungen und drei Hinweise gegen verschiedene Zeitschriften und Tageszeitungen aus. Von insgesamt 41 behandelten Fällen wurden 22 Beschwerden als unbegründet abgewiesen. Anlässlich der Sitzung des Selbstkontrollorgans wurden am 26. November 2002 Kay E. Sattelmair als Sprecher des Deutschen Presserats und Benno H. Pöppelmann als Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Presserats in ihren Ämtern bestätigt. Kontakt: Deutscher Presserat, Lutz Tillmanns, Telefon 0228/98572-0.

 

Internet: www.presserat.de

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