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25. Februar 2000 | Allgemeines

Presserat rügt "Vogue" für Kinder-Fotos

Professor Robert Schweizer neuer Sprecher des Selbstkontrollorgans

Der Deutsche Presserat hat die Zeitschrift "Vogue" für die Veröffentlichung von Fotos gerügt, die Kinder "in sexistischer und herabwürdigender Form" darstellen. Es mache keinen Sinn, gesamtgesellschaftlich gegen Kinderpornografie vorzugehen, wenn man nicht bereits den Anfängen wehre, erklärte dazu der Vorsitzende des Beschwerdeausschusses, Manfred Protze.

Das Frauenmagazin "Vogue" hatte im Dezember 1999 für Aufsehen gesorgt, als unter der Überschrift "Märchenspiel" fünf- bis siebenjährige Mädchen teils unbekleidet, stark geschminkt und in sexuell betonten Posen gezeigt wurden. Damit habe die Zeitschrift gegen den Jugendschutz verstoßen. Außerdem sei der Grundsatz missachtet worden, Menschen nicht zum "Objekt" und "zu einem bloßen Mittel" zu machen, teilte das Selbstkontrollorgan der Presse anlässlich seiner turnusmäßigen Sitzung am 16. Februar 2000 in Bonn mit. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hatte das "Vogue"-Heft nach dem Erscheinen auf den Index gesetzt.
Eine nicht-öffentliche Rüge wurde gegen die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." ausgesprochen. Sie habe den Fall eines jungen Mannes, dem von einem Hund die Nase abgebissen worden war, in "unangemessener sensationeller Form dargestellt". Das Opfer, dessen Identität nach Feststellung des Presserats auf Grund der Berichterstattung leicht nachzuvollziehen war, wurde daraufhin von der Zeitung als "Berlins Dümmster" bezeichnet. Mit dieser "Stigmatisierung der besonderen Art" habe das Blatt gegen den Schutz der Intimsphäre verstoßen und Behauptungen ehrverletzender Natur erhoben.

Eine öffentliche Rüge erteilte der Beschwerdeausschuss der TV-Programmbeilage "rtv". Darin sei massiv in redaktioneller Aufmachung für Produkte der "Deutschen Lebensmittelwerke" geworben und der redaktionelle Bereich mit Werbung vermischt worden.

Anlässlich seiner Sitzung am 16. Februar 2000 hat der Deutsche Presserat Professor Dr. Robert Schweizer zu seinem neuen Sprecher gewählt. Er tritt turnusmäßig die Nachfolge von Ursula Ernst-Flaskamp (DJV) an. Schweizer ist Mitglied des Vorstands der Burda Holding und gehört als Vertreter des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger dem Deutschen Presserat seit 1992 an. Zur stellvertretenden Sprecherin wählte der Presserat Christiane Gibiec (IG Medien), freie Journalistin aus Wuppertal. Zum neuen Vorsitzenden des Trägervereins des Selbstkontrollorgans wurde Hermann Neusser (BDZV), Verleger und Herausgeber des Bonner "General-Anzeigers" gewählt.

Internet: www.presserat.de

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