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27. April 2001 | Allgemeines

Presserat rügt Trittin-Berichterstattung

Nachrichten in Wort und Bild sorgfältig auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen

Der Deutsche Presserat hat zwei Rügen gegen die "Bild"-Zeitung wegen ihrer Berichterstattung über Bundesumweltminister Jürgen Trittin ausgesprochen.

In einem Fall sei es um die falsche Behauptung der Zeitung gegangen, der Minister sei während seiner Studienzeit in Göttingen als Mitglied des Allgemeinen Studentenausschusses mit verantwortlich für die Veröffentlichung des so genannten "Mescalero-Briefs" gewesen. Die zweite Rüge richtete sich gegen ein manipuliertes Foto, auf dem Trittin mit vermummten Demonstranten zu sehen war, die angeblich mit Schlagstock und Bolzenscheider bewaffnet waren.

Wie das Selbstkontrollorgan am 11. April 2001 in Bonn mitteilte, handele es sich bei der Verfälschung des Fotos um einen "sehr gravierenden Verstoß" gegen Ziffer 2 des Pressekodex, wonach Nachrichten und Informationen in Wort und Bild "mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen" seien. "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hat sich bereits öffentlich für den "handwerklichen Fehler" seiner Zeitung entschuldigt.

In diesem Zusammenhang verwies der Presserat ferner ausdrücklich auf Ziffer 6 des Pressekodex, wonach "jede in der Presse tätige Person" aufgefordert wird, "das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien" zu wahren. Insgesamt hatte Bundesminister Trittin sieben Beschwerden gegen verschiedene Tageszeitungen eingereicht. Drei wurden vom Presserat zurückgewiesen, in einem Fall sprach der Presserat einen Hinweis aus, eine Beschwerde hatte der Minister selbst wieder zurückgezogen.

Ebenfalls aufgrund von Ziffer 2 sprach der Beschwerdeausschuss zwei Rügen gegen die Zeitschrift "Coupé" aus. In beiden Fällen kritisierte der Presserat die Aufstellung falscher Tatsachenbehauptungen in reißerischer Form. Ferner erhielt die "Hamburger Morgenpost" eine Rüge, weil sie unbestätigte und bislang unbewiesene Behauptungen über das Privatleben eines Sportlers veröffentlicht hatte; die Jugendillustrierte "Bravo" wurde gerügt, weil sie auf einer neutralen Fotografie ein junges Mädchen als HIV-infiziert dargestellt hatte, ohne das Motiv als Symbolfoto zu kennzeichnen. Einen Verstoß gegen den Trennungsgrundsatz von redaktionellem Teil und Werbung (Ziffer 7 des Pressekodex) kritisierte der Beschwerdeausschuss bei der Zeitschrift "Business Magazin". Die "Süddeutsche Zeitung" wurde wegen der Vorverurteilung eines bis dahin weder geständigen noch verurteilten angeblichen Straftäters gerügt (Verstoß gegen Ziffer 13). Insgesamt sprach der Beschwerdeausschuss des Deutsches Presserats neben den acht Rügen sechs Missbilligungen gegen verschiedene Zeitschriften und Tageszeitungen sowie sechs Hinweise aus. Neun Beschwerden wurden als unbegründet abgewiesen.

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