Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

28. Februar 1997 | Allgemeines

Presserat rügt "taz" wegen Verletzung der Menschenwürde

16 begründete Beschwerden / Gremien mit neuem Vorsitz

Der Beschwerdeausschuß des Deutschen Presse-rates hat anläßlich seiner Sitzung am 18. Februar 1997 in Bonn eine öffentliche Rüge gegen die in Berlin erscheinende "tageszeitung" (taz) ausgesprochen.

Die Zeitung hatte einen Text in Strophen und Reimen veröffentlicht, in dem zehn Arten beschrieben wurden, einen Papst umzubringen. Dabei hatten das Verfasserpseudonym "Ali Agca" und die Tötungsart "Kugel ins Zwölffingergedärm" unmittelbaren Bezug auf das tatsächliche Attentat auf das amtierende Oberhaupt der katholischen Kirche, Johannes Paul II., genommen. Wie der Beschwerdeausschuß mitteilt, hält der Presserat diese Darstellung "für eine schwerwiegende Verletzung der Menschenwürde der von dem Verbrechen betroffenen Person". Damit werde zugleich gegen Ziffer 1 Pressekodex verstoßen. Die Kunstform der Satire schütze nicht einen bloß spielerischen Umgang mit realen Leiden zu Unterhaltungszwecken. Mißbilligt wurden in drei Fällen Veröffentlichungen wegen des Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Eine weitere Mißbilligung erging wegen des Verstoßes gegen das in Ziffer 8 Pressekodex definierte Persönlichkeitsrecht. Auf der Tagesordnung der Ausschußsitzung standen ferner eine Reihe von Beschwerden über die Nennung der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit im Zusammenhang mit einer Straftat. In fünf Fällen kam der Ausschuß dabei zu dem Ergebnis, daß für die Angabe der Zugehörigkeit zu der ethnischen Gruppe kein begründbarer Sachbezug bestand und erteilte den jeweiligen Redaktionen einen entsprechenden Hinweis. Von insgesamt 31 behandelten Beschwerden wurden 16 für begründet und 15 für unbegründet erklärt; es ergingen eine öffentliche Rüge, vier Mißbilligungen und sieben Hinweise.

Gibiec neue Sprecherin

Zur neuen Sprecherin des Presserats wurde am 19. Februar einstimmig Christiane Gibiec, bisher stellvertretende Sprecherin des Gremiums, gewählt. Die freie Journalistin aus Wuppertal ist seit 1990 als Vertreterin der IG Medien Mitglied im Presserat; sie löst als Sprecherin turnusgemäß Professor Dr. Robert Schweizer (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger) ab. Zum stellvertretenden Sprecher wählte der Presserat Kai E. Sattelmair, Verlagsgeschäftsführer der "Welt"-Gruppe (BDZV). Zum neuen Vorsitzenden des Beschwerdeausschusses wurde für die Dauer von zwei Jahren Peter J. Velte (Deutscher Journalisten-Verband) gewählt. Velte ist seit 1985 Mitglied des Presserats und folgt in diesem Amt dem Journalisten Manfred Protze (IG Medien) nach. Neuer Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Presserats wurde Rudi Munz (IG Medien).

zurück