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18. August 2005 | Allgemeines

Presserat gegen EU-Pläne zur Lockerung der Regeln für „Product-Placement“

Selbstkontrollorgan erwartet Sensibilisierung der Leser

Der Deutsche Presserat hat sich kritisch zu den EU-Plänen für eine Lockerung der Regelungen für Product-Placement im Fernsehen geäußert. Eine Aufweichung könnte den Druck auf die Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften verschärfen, die Grenzen zwischen Werbung und Journalismus zu missachten, hieß es bei der Jahrespressekonferenz des Gremiums am 9. August 2005 in Berlin.

Der Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Lutz Tillmanns, verwies in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf BDZV-Präsident Helmut Heinen, der in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich davor gewarnt hatte, die klare Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und Werbebotschaften in den Medien zu lockern. Die Glaubwürdigkeit der Medien insgesamt stehe auf dem Spiel, wenn die Verbraucher Werbung nicht mehr solche erkennen könnten.

Ferner hat das Selbstkontrollgremium der Presse vor unerlaubten Verkaufsanreizen auch in Zeitungen und Zeitschriften gewarnt. Von insgesamt 235 als berechtigt bearbeiteten Leserbeschwerden richteten sich im Jahr 2004 allerdings nur 16 überhaupt gegen Schleichwerbung. Presserats-Sprecherin Ilka Desgranges erklärte, sie erwarte, dass die Leser zunehmend aufmerksam auf die Trennung von redaktionellem Teil und Werbung in Zeitungen und Zeitschriften blickten.

Eine Reihe von Beschwerden ging im vergangenen Jahr auch zum Umgang der Medien mit Gewaltfotos ein. Der Deutschen Presserat hatte sich damit auseinander zu setzen, welche Art der Berichterstattung angemessen ist, ob Bilder von Getöteten oder Schwerverletzten in Großaufnahme gezeigt werden dürfen - und wann ein Foto ein Zeitdokument ist oder doch nur bloße Sensationsmache. Dazu Sprecherin Ilka Desgranges: "Für den Umgang mit schockierenden Fotos gibt es kein allseits akzeptiertes Regelwerk. Die Redaktion müsse jedes Mal aufs Neue entscheiden, ob der Abdruck gerechtfertigt - oder unangemessen sensationell wäre.

Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 672 Eingaben (2003: 682) beim Deutschen Presserat ein. In 238 Fällen protestierten die Leser gegen die Verletzung der Sorgfaltspflicht durch Journalisten, an zweiter Stelle stand mit 168 Beschwerden die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Der Presserat sprach 27 öffentliche und sieben nicht-öffentliche Rügen aus, ferner 37 Missbilligungen und 40 Hinweise. Für das Jahr 2005 erwartet der Presserat einen leichten Anstieg der Eingaben. Sehr bewährt habe sich die Aufteilung des Selbstkontrollgremiums in zwei Kammern, so dass pro Sitzung insgesamt 80 Fälle vertieft diskutiert werden könnten.

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