Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

27. Mai 1998 | Allgemeines

Presserat gegen Diskriminierung von Homosexuellen

Beschwerdeausschuß rügt drei Titel

Der Beschwerdeausschuß des Deutschen Presserats hat am 19. Mai 1998, in Bonn drei öffentliche Rügen gegen die Zeitschrift "BLITZ-ILLU, die "'SIEGENER ZEITUNG" und "DIE ZEIT" ausgesprochen.

Die "BLITZ-ILLU" hatte unter der Überschrift "Ich sah, wie meine Clique lebendig verbrannte" einen Beitrag veröffentlicht, in dem über den Absturz eines Heißluftballons, bei dem angeblich drei Jugendliche ums Leben kamen, berichtet wurde. Nachdem eine Recherche beim Luftfahrtbundesamt ergeben hatte, daß zum fraglichen Zeitpunkt kein Ballonunglück mit Todesfolge zu verzeichnen war, kam der Beschwerdeausschuß zu dem Schluß, daß der Artikel frei erfunden war und erteilte der Zeitschrift wegen eines Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht eine öffentliche Rüge.

Die "SIEGENER ZEITUNG" erhielt eine Rüge wegen der Veröffentlichung eines Leserbriefes unter der Überschrift "Abartigkeit Grenzen setzen". Der Brief, der sich mit dem Thema Homosexualität beschäftigte, enthielt die Passagen "Wo erfahren Kinder, ..., daß es Homosexuelle waren, die uns Aids gebracht haben" und "Es ist Zeit, daß den Verfechtern der Abartigkeit Grenzen gesetzt werden". Die erste Aussage beurteilte der Beschwerdeausschuß als unbegründete Behauptung ehrverletzender Natur im Sinne der Ziffer 9 Pressekodex. In der zweiten Passage erkannte das Gremium eine Diskriminierung von Homosexuellen nach Ziffer 12 der Publizistischen Grundsätze.

Gerügt wurde auch "DIE ZEIT" für die Veröffentlichung einer Fernsehkritik unter der Überschrift "Gereifte Patina". Der Beitrag, der sich mit einem Bericht des TV-Magazins "Titel, Thesen, Temperamente" über gefälschte Kunstwerke beschäftigte, enthielt die Feststellung, daß man den "Gangstern, die an falschen Arps reich werden und das Ganze auch noch quasi legal hinfingern, am liebsten eine Briefbombe schicken." würde. Nach Auffassung des Ausschusses stellt der spielerische Umgang mit der Drohung einer Briefbombe eine Verharmlosung einer kriminellen Gewalttat dar. Da die Würde der Menschen, die Opfer von Briefbomben wurden, verletzt wurde, erteilte der Ausschuß wegen eines Verstoßes gegen die Ziffer 1 Pressekodex eine Rüge.

Von insgesamt 35 behandelten Beschwerden wurden 20 für begründet und 15 für unbegründet erklärt. Es ergingen fünf Mißbilligungen und 10 Hinweise. In zwei Fällen wurde von einer Maßnahme abgesehen.

zurück