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20. September 2005 | Allgemeines

Presserat fordert besondere Sorgfalt bei Rankings

Öffentliche Rügen für drei Zeitschriften

Wegen Mängeln bei der Veröffentlichung von Rankings hat der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats am 15. September 2005 in Bonn die Zeitschriften „Impulse“ und „Computer-Partner Compact“ gerügt.

"Impulse" hatte auf der Basis einer Befragung von Steuerberatern die Arbeit der Finanzämter Deutschlands bewertet und die Ergebnisse der Studie unter dem Titel "Deutschlands schärfste Finanzämter" veröffentlicht. Das an Platz eins der Negativliste rangierende Finanzamt Annaberg sei von einem namentlich genannten Steuerberater als "unfähig und wirtschaftsfeindlich" bewertet worden. Unter anderem hätten die befragten Berater dem Amt bei der allgemeinen Betriebsprüfung die größtmögliche Strenge unter allen 575 deutschen Finanzämtern zugeordnet. Tatsächlich, kritisierte der Presserat, verfüge das Finanzamt Annaberg jedoch gar nicht über eine eigene Betriebsprüfungsstelle, die hätte bewertet werden können. Damit würden die Ergebnisse der Studie in diesem Punkt zweifelhaft.

Angesichts der herausgehobenen Position des Finanzamts im Ranking wäre es aus Sicht des Selbstkontrollgremiums notwendig gewesen, alle zugrundeliegenden Informationen besonders sorgfältig zu prüfen. Dies sei jedoch unterblieben. Damit habe die Veröffentlichung das Sorgfaltsgebot in schwerwiegender Weise verletzt. Zudem wäre es aus Gründen der Transparenz notwendig gewesen, in dem Artikel darauf hinzuweisen, dass die Umfrage und das daraus abgeleitete Ranking nicht repräsentativ waren.

Die journalistische Sorgfaltspflicht wurde auch von "Computer Partner Compact" in schwerwiegender Weise verletzt, da die Zeitschrift auf Basis von Jahresumsätzen ein Ranking der 25 größten Systemhäuser in Deutschland veröffentlich hatte. Dabei seien bei einem Teil der Unternehmen lediglich die Inlandsumsätze, bei einem anderen Teil auch die Auslandsumsätze berücksichtigt worden. Wegen der methodisch unterschiedlichen Behandlung der in das Ranking aufgenommenen Firmen habe sich ein unzutreffendes Bild ergeben, kritisierte der Deutsche Presserat. Eine dritte Rüge ging an den "Branchen Anzeiger" wegen dessen Berichterstattung über einen Hersteller von Kaffeeautomaten. In der Überschrift hatte das Branchenmagazin behauptet, dass die Talfahrt einer bestimmten Marke unvermindert anhalte. Diese Bewertung habe die Redaktion ausschließlich auf die Mitteilungen anonymer Quellen aus der Mitarbeiterschaft des Unternehmens gestützt, auch die Negativaussagen im Text seien auf namentlich nicht genannte Handels- und Vertriebsmitarbeiter gestützt. Aus Sicht der Beschwerdekammer war jedoch eine pauschale abwertende Behauptung zu der Qualität der Geräte auf dieser Quellenbasis nicht zulässig. Damit habe die Veröffentlichung ebenfalls die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer zwei des Kodex verletzt. Insgesamt behandelte die Beschwerdekammer 33 Fälle. Neben den drei öffentlichen Rügen sprach sie elf Missbilligungen und sieben Hinweise aus.

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